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Rockige Höhenflüge in der Göttinger Musa

„I Think I Spider“-Festival Rockige Höhenflüge in der Göttinger Musa

Viermal junge Rockmusik – auf dem „I Think I Spider“-Festival in der Musa Göttingen waren vier regionale Bands zu Gast. Neben den Göttingern Kyles Tolone und Tom Schreibers Blume sorgten Finder und „Ich kann fliegen“ für angenehm weichen bis schreiend harten Rock.

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Finder rockten in der Musa.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Mit den sanften Klängen von Indie-Pop beginnen die Jungs von „Tom Schreibers Blume“ das Konzert. Die Göttinger Band um die Brüder Jannes und Marian Schreiber überzeugt mit gefühlvollen Texten, entspannten Akkorden und der rauchigen Stimme von Jannes Schreiber. Musik machen sie gerne und noch lieber mit Freunden, deshalb holen sie aus dem Publikum hin und wieder auch ihre Kumpels mit auf die Bühne, um ihr Programm mit Backgroundchor und Rap-Einlagen anzureichern. 

Die nächste Band ist ein harter Bruch zur zurückgelehnten Schaukelstuhlmusik von den Schreibers. Finder aus Soltau weckten die Zuhörer mit lauten Riffs, monoton treibendem Schlagzeug und Frontmann Jochen Gros Gesang, der die Balance zwischen Melodie und Geschrei hält. Kyles Tolone, die Göttinger Newcomer-Vorzeigeband spielt soliden, eingängigen Alternative Rock in der Manier von amerikanischen Bands wie Snow Patrol. An diesem Abend geht die Stimme von Sänger und Gitarrist Eric Pulverich leider etwas im enthusiastischen Schlagzeugspiel von Jan Fischer unter. 

Beim Auf- und Abbau zwischen den Gigs der vier Bands läuft nicht immer alles rund: Die Bands brachten alle ihr eigenes Equipment mit, doch die einzigen, die sich viel Zeit für ihren Soundcheck erlauben konnten war „Ich kann fliegen“, die letzte Gruppe im Line-Up. Das hörte man auch sofort als die vier Hannoveraner loslegten. Die Hörqualität wurde von den Besuchern sofort in Tanzbereitschaft umgemünzt.

„Ich kann fliegen“ war der gelungene Abschluss des Abends. Aufmerksam begleiten diese Musiker nicht nur das Leben, sondern auch ihr Publikum. Sänger Niko Stege nutzt eine Atempause im Song, um einen aggressiven Tänzer vor der Bühne zurechtzuweisen. Die Musiker warteten mit einem großen und abwechslungsreichen Repertoire auf. Ob über jugendlichen Größenwahn oder stillverzweifelten Herzschmerz, „Ich kann fliegen“ fassen die Aufbruchsstimmung und Überdrehtheit der ersten Höhenflüge und Flugabstürze im Erwachsenenleben in eindrucksvolle Worte. 

„Ich kann fliegen“ ist nicht nur der Name der besten Band des Abends, sondern scheint das inoffizielles Motto des Konzerts zu sein. Musikalisch abheben können sie alle, ihre Zuhörer nehmen sie schon mal mit.

Von Jorid Engler

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