Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Das ist ein Super Router

Abba-Chanson-Abend im Apex Das ist ein Super Router

„Keine Angst, ich beiße nicht, aber ich küsse gut.“ Ilka Hein singt über eine einsame Frau im Zugabteil, zu der Melodie von „Take a Chance on me“. Zusammen mit Andreas Reimann am Klavier präsentierte sie am Freitagabend ihre Show „Dancing Queen auf Nulldiät“ und brachte das Publikum zum Lachen und Mitsummen.

Voriger Artikel
Anschmiegen bei Louane
Nächster Artikel
Musikalische Familienbande

Glamourös im schwarzen Einteiler und mit roten Samthandschuhen tanzt die MDR-Moderatorin über die kleine Bühne im Apex, abgestimmt auf den ins Deutsche übersetzten und umgedichteten Songtext. Im Gepäck hat sie einen Koffer, aus dem sie gleich zu Anfang eine Original-Schallplatte von 1971 mit den Hits verschiedener Interpreten nimmt. „Von Oma im Koffer über die Grenze geschmuggelt“, verrät Hein. Im Laufe des Abends wird noch eine Banane und ein Stück Räuchertofu aus dem Koffer auftauchen.

Hein unterhält das Publikum nicht nur mit ihren Songs, sondern hat einige Anekdoten aus Abbas Erfolgsgeschichte parat. So hätten die vier Schweden den Ticketverkauf auf ihrer Tour durch die Vereinigten Staaten mithilfe einer alten Bühnenregel angekurbelt. „Zwei Dinge gehen auf der Bühne immer“, erklärt Hein, „Tiere und Kinder“. Für jedes Konzert wurde ein Kinderchor aus der Region engagiert, was die Verwandtschaft in die Vorstellung getrieben hätte. Auch wenn der Chor nur ein Lied singen durfte, „I have a Dream“. Hein animiert das Publikum, bei ihrer Version „Komm träum´ mit mir“ zur Melodie zu summen, und die Atmosphäre wird deutlich ausgelassener. Die überwiegend weiblichen Zuschauer summen nicht nur zur Musik, sie wippen mit den Köpfen im Takt, einige wiegen sich hin und her.

Ein Highlight des Abends ist Heins Version von „Mamma Mia“. Aus dem Thema Verliebt-Sein macht sie „Lieber du als ganz allein“ und bringt das Publikum mit Passagen wie „Wachst du auf, riechst du wie ein Klo“ zum Lachen. Im Laufe des Abends hält der Applaus nach den Stücken immer länger an. Hein geht in ihrer Rolle als Allein-Unterhalterin auf und macht Späßchen mit einzelnen Zuschauern. Zu „Super Trooper“, in ihrer Interpretation eine gesungene Zwiesprache mit dem Verkäufer eines „Super Routers“, veranschaulicht sie den Text mithilfe eines großen roten Regenschirms. „Du steckst ihn rein und – Bums – er geht.“

Musikalisch zeigt das Duo seine erfrischende Vielfältigkeit. Reimann lockert die Songs mit Tempowechseln in seinem Klavierspiel auf, die eher schwermütige Nummer „One of us“ peppt Hein mit einem gerasselten Rhythmus auf. Ihre klare Stimme ist mal zart, mal volltönend und rockig. Bei einer kleinen Imitationseinlage haucht sie im Stil von Marilyn Monroe „Ist es dir ernst mit mir, dann such dir einen Juwelier“ ins Mikrophon und wackelt dazu mit den Hüften. Mit 16 Songs würdigen die beiden Musiker den Erfolg der Pop-Gruppe und überraschen mit kreativen Texten und Authentizität.

Von Jana Probst

Voriger Artikel
Nächster Artikel
NDR2 Soundcheck in Göttingen: Musikszene Deutschland