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„Strategie des Verschwindens“

Bauarbeiten im Deutschen Theater „Strategie des Verschwindens“

Seit Ende Juni laufen im Deutschen Theater  (DT) die Ferien. Mit Ende der Spielzeit haben Renovierungs- und Umbauarbeiten begonnen. Am auffälligsten: Der Kassenbereich, wie ihn Theaterbesucher kennen, ist hinter weißen Platten verschwunden. Der Berliner Architekt Gregor Müller hat den Umbau geplant und setzt ihn derzeit um.

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Architekt Gregor Müller hat den Kassenbereich im Deutschen Theater neu geplant.    

Quelle: Heller

Göttingen. Müller hat bereits die Neugestaltung des Gastronomie-Tresenbereichs im Glasfoyer betreut, das dort umgesetzte Design mit den entsprechenden Materialien soll sich auch im Kassenbereich rechts vom Haupteingang fortsetzen. Die größte Veränderung: Die Theaterkasse wird gut zwei Meter nach hinten in das historische Theatergebäude verlegt. Dadurch entsteht mehr Platz im gläsernen Anbau mit dem DT-Bistro. Der Tickettresen soll künftig absenkbar und somit behindertengerecht sein. Außerdem sollen dort Bildschirme eingelassen werden, damit Theaterkarten-Käufer ihre Plätze besser wählen können.

„Der Kassentresen war nach mehr als 30 Jahren fällig“

„Der Kassentresen war nach mehr als 30 Jahren fällig“,  sagt Müller. Als „komplexe Maßnahme“ bezeichnet er den Umbau. Und: Man weiß nie, was einen erwartet“, erklärt der Architekt mit Blick auf die mehr als 125 Jahre alte Bausubstanz. Müller: „So etwas kann zeittechnisch total explodieren – ist es aber nicht.“ Spätestens zur Spielzeiteröffnung am Sonnabend, 10. September, mit der Premiere „Im Weißen Rössel“ in der Inszenierung von Tobias Bonn soll der neue Kassenbereich fertiggestellt sein.

Seinen Plan nennt Müller eine „Strategie des Verschwindens“. Zu Beginn der 1980er-Jahre hatte der Göttinger Architekt Jochen Brandi den Glasanbau entworfen, laut Müller ein „Zitat der Postmoderne“. Doch seit 15 Jahren funktioniere das innenarchitektonische Konzept nicht mehr. Der Innenraum war mehrfach verändert worden. Müller will das Glasfoyer jetzt so weit wie möglich zurückbauen, „Dinge wieder wegbringen, die nicht hineingehören“. Damit will er den von Brandi erdachten Innen/Außeneffekt verstärken.

"Eine lange Reise"

Es sei „eine lange Reise" gewesen, sagt Müller. Mit dem Denkmalschutz hat er zusammengesessen, mit dem Bauamt und anderen Abteilungen der Stadtverwaltung. Schließlich musste auch noch geklärt werden, ob das Projekt bezahlbar sei. Konkrete Zahlen liegen noch nicht vor, doch es wird finanziert aus dem für Bauarbeiten im DT vorgesehenen Haushaltsposten. Müller: „Es kostet nicht mehr, als es kosten darf.“

Das Theater plant jetzt gemeinsam mit dem Architekten Müller bereits weitere Renovierungs- und Umbauarbeiten. Als nächstes stehen das Studiofoyer und der Toilettenbereich an.

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