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Im Dreivierteltakt in die Moderne

Edgar-Knecht-Trio Im Dreivierteltakt in die Moderne

Wie verdammt groovend und modern Dreivierteltakt und Motive klassischer deutscher Volkslieder daher kommen können, wenn man sie erst mal wachgeküsst und mit viel Liebe in die heutige Welt mitgenommen hat, ließ jetzt im Göttinger Apex das Edgar-Knecht-Trio hören.

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Groovend und modern: Edgar Knecht.

Quelle: Heller

Das typisch für ein Jazztrio mit Piano, Bass und Schlagzeug agierende Ensemble hat eben dies auf seinem Album „Good Morning Lilofee“ getan.

Pianist und Komponist Edgar Knecht gelingt es, den vermeintlich angestaubten Liedern dermaßen viel neues Leben und Modernität einzuhauchen, dass es wohl auch dem letzten Skeptiker den Atem verschlägt. Perfekt eingesetzte Kunstgriffe wie die Mischung des typischen Dreivierteltakts mit afrikanischen Sechsachtel-Varianten oder die äußerst fantasievolle Weiterentwicklung und Verselbständigung der musikalischen Grundmotive zaubern ganz neue alte Songs.

Das Göttinger Konzert war das erste abendfüllende der Tour, bei der das Edgar Knecht Trio seine Arbeit vorstellt. Schon hier präsentierten sich die sympathischen Musiker bestens eingespielt und vor Spielfreude fast platzend. Die herzliche Aufnahme durch das Apex-Publikum tat ihr Übriges für einen mehr als gelungenen Abend.

In der Live-Version legten Knecht am Piano, Rolf Denecke am Bass und Tobias Schulte am Schlagzeug gegenüber den Studioversionen ihrer Songs noch eine Schippe zu und zelebrierten die Motivvariationen, die groovend-exotischen Rhythmen und die romantischen Melodien, ohne diese jemals zum Selbstzweck ausarten zu lassen. Auch lange Stücke wie die gut zehnminütige, unglaublich einfallsreich gestaltete Spannungskurve in „Thule“ faszinierten und verboten entschieden die mögliche erste Assoziation an die ursprünglich so schwermütige und schier unendliche Ballade.

Freude und Humor sind nicht nur zentrale Motive in den Stücken des Trios wie dem sehr tanzbaren „Froh …“ oder der voller Witz inszenierten Geschichte vom Kuckuck „Simsala“. Die Freude, mit der Knecht und Co. beim Komponieren und Spielen zu Werke gehen, ist absolut ansteckend und reißt nicht nur die Stücke selbst im rasanten Dreivierteltakt mit ins Hier und Jetzt.

Von Isabel Trzeciok

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