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Im Florenz des Jahres 1442

Astrid Dehe und Achim Engstler Im Florenz des Jahres 1442

Astrid Dehe und Achim Engstler haben im Grass-Archiv ihren Roman „Unter Schwalbenzinnen. Florenz, Frühling 1442“ vorgestellt. Kopist  Fini gerät durch die Erfüllung einer Familienpflicht und das Bewahren des Geheimnisses von Evelinas Traumwelt in Bedrängnis. Er skizziert ihre gefährlichen Visionen.

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Lektorin mit Autorenteam: Melanie Heusel (links), Achim Engstler und Astrid Dehe.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Dehe und Engstler wollten bei der ersten Lesung im Grass-Archiv nach dessen Eröffnung im Juni die Zuhörer in das Florenz des Frühjahres 1442 entführen. Das Gemäuer aus dem Jahre 1310 bietet den perfekten Raum dafür, da es eine Atmosphäre schafft, die in vergangene Zeiten zurückversetzt. Dies gelang den Autoren in ihren Leseblöcken nur bedingt.

 
Engstler machte das Publikum mit der Arbeit und dem schweren Erbe Matteo Finis vertraut. Dabei blieb er weitestgehend emotionslos und lies kaum Spannung aufkommen. Dies mag auch der gewählten Romanstelle geschuldet sein. Dehe, die die (Arbeits-)Beziehung zwischen Evelina und Matteo vorstellte, erging es nicht anders, wodurch die Lesung langatmig erschien.

 
Als Inspirationsquelle diente den beiden das Voynich-Manuskript, dessen unbekannte Sprache bis heute nicht entschlüsselt wurde. Das Autorenduo konstruierte die Entstehungsgeschichte um das rätselhafte Schriftstück neu. Es verbindet gekonnt Fiktion mit historischen Fakten und lässt ihrer Ansicht nach den Roman so zur „wahren Geschichte“ werden.    

 
Melanie Heusel, Lektorin des Steidl-Verlags, moderierte den Abend. In den amüsanten und spannenden Gesprächen mit Dehe und Engstler war ihnen die Leidenschaft für ihre Arbeit endlich anzumerken, was die zähen Leseanteile vergessen lies. Sie berichteten offen von ihrem Roman und der Zusammenarbeit, was das Publikum ihnen mit Lachern dankte, insbesondere als Engstler seine Enttäuschung darüber kundtat, dass der Veranstaltungsort älter ist als das Manuskript oder als Dehe vom „Duett und Duell“ – gemeinsame Arbeit kontra dem Durchsetzen eigener Ideen – ihres Schaffensprozesses sprach. So wurde es doch noch ein kurzweiliger Abend.

 

Von Lisa Hinze

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