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Im Theater im OP liefert das Publikum die Stichworte für Horrorthriller

Improvisiertes Grauen Im Theater im OP liefert das Publikum die Stichworte für Horrorthriller

Fünf Studenten verschlägt es in eine Waldhütte. Die Tür knarrt, ein Schrei gellt, Blut. Klassisch beginnt der neue Thriller „Make your Horror!“ im Theater im OP. Doch dann muss das Publikum die Stichworte für die Handlung liefern. Die Schauspieler improvisieren das Grauen: phantastisch und urkomisch!

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Quelle: EF

Göttingen. Regisseur Reggie Sörensen (René Anders, der gemeinsam mit Vicky Fitz auch tatsächlich die Regie führt) dreht mit fünf selbstverliebten Schauspielern einen Horrorfilm. Die erste Herausforderung: Jeder Darsteller wechselt mehrfach zwischen der Rolle des Stars, die jeder unbedingt haben will, und des Studenten im Horrorstreifen.
Da ist der vergeistigte Theaterschauspieler Saftl-Smith, der im Film den sportlichen, begriffsstutzigen Studenten Dustin (Thius Vogel) mimt. Vicky Fitz gibt wunderschön affektiert Dustins Freundin, die herausgeputzte, strohdumme Blondine Chelsea. Myrtha Dorothee Werner glänzt in der Rolle der politisch engagierten Emanze. Sebastian Braatz ist der tuntige Floyd, der gleichzeitig die Rolle des alternden Stars und aggressiven Trunkenbolds schön herausarbeitet. Genial ist Beatriz Beyer als verklemmte Streberin Gretchen, die zudem als Schauspielerin mit ihrer Fundamentalkritik Regisseur Sörensen an den Rand des Wahnsinns treibt.
Und das Publikum gibt in den verschiedenen Szenen die Richtung vor. So wünscht es, dass am Premierenabend im studentischen Theater der Mann von der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) die Rolle des Monsters übernimmt. Erster Ort des Grauens ist nach Vorgabe der Zuschauer der Geräteschuppen der Waldhütte. Sie lassen die Studis in einer Gefriertruhe Leichenteile finden, säuberlich in eine Bild-Zeitung eingewickelt.
Und so geht es im Rhythmus der knallenden Filmklappe weiter. Regisseur Anders lässt die Schauspieler ihre Rolle in Drei- und dann in Ein-Wort-Sätzen sprechen. Sie müssen in einer Szene jeweils spontan einen neuen Text für ihre Rolle erfinden. Dann wechseln in halsbrecherischem Tempo die Genres: Science Fiction, Bollywood, Heimatfilm. In der Pause spielen die Schauspieler einfach weiter, nun auf dem Hof vor der Notaufnahme des ThOP. Ein herrlich-unterhaltsamer Abend.
Von Michael Caspar
Weitere Vorstellungen in der ThOP-Notaufnahme, Käte-Hamburger-Weg 3, am 4., 6., 7., 8., 11. August um 20.15 Uhr.

Weitere Infos unter ► ThOP-online.de

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