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Gemeinschaftserlebnis

Pop Meets Classic Göttingen 2016 Gemeinschaftserlebnis

Ein heller, von außen einsehbarer Raum, karg eingerichtet und doch gemütlich. Mittendrin, laut redend und lachend: 16 junge Menschen aus Deutschland und vielen weiteren Teilen der Welt, die ein Ziel haben: Gemeinsam, als Chor, zu singen.

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Gemeinsames Singen fördert den Austausch untereinander: Mitglieder des „Imagine"-Projektes mit Leiterin Christiane Eiben (rechts).

Quelle: Iben

Göttingen. Vorher gilt es, die quirlige Gruppe etwas zur Ruhe zu bringen. „So, wir singen uns jetzt erst einmal ein", sagt Christiane Eiben, die gemeinsam mit Hans Kaul diesen außergewöhnlichen Chor leitet.Das Ziel ist groß: Unter dem Namen „Imagine"-Projekt" möchten die deutschen, syrischen, eritreischen, afghanischen Frauen und Männer  in der Lokhalle auftreten, einen Beitrag für „Pop meets Classic" vor 6000 Zuschauern, begleitet vom Göttinger Symphonie Orchester, leisten. Bis die Shows am Freitag und Sonnabend, 27. und 28. Mai, über die Bühne gehen, muss noch fleißig geübt werden.

Tickets

Karten für Pop Meets Classic sind online im Tageblatt-Ticketshop erhältlich.

Nach kurzen Stimmübungen geht es los: Auf der textlichen und musikalischen Basis von Herbert Grönemeyers „Land unter" singen die Geflüchteten und die Göttinger auf Deutsch, Tigrinya, Arabisch, Dari. Auch wenn nicht jeder alles versteht: Die Sprache der Musik verbindet die Sänger. Inhaltlich ähneln sich die gesanglichen Beiträge, auch wenn jeder der hier singenden Interpreten eine andere Geschichte hat. Liebe, Leid und Hoffnung fühlen sich überall auf der Welt gleich an.

„Es freut mich zu sehen, dass das "Imagine"-Projekt den Austausch untereinander fördert."
<em>Christiane Eiben, Leiterin „Imagine"-Projekt</em>

Gesanglich geht es unterschiedlich zu; hohe treffen tiefe Töne, auch Mehrstimmigkeit wird ausprobiert – mit Erfolg. Insgesamt ist es eine Freude, den aufgeweckten jungen Menschen zuzuhören, die teilweise Schreckliches erlebt haben, und denen das Singen einen neuen Erfahrungsraum bietet. Hier und da macht sich eine Gänsehaut bemerkbar.

Auch der Chor ist berührt: Zunächst ein wenig schüchtern, kommen sie während der Probe immer mehr aus sich heraus, bewegen sich zur Musik, lachen während der Pausen. Und auch wenn es anstrengend ist, die ein oder andere Passage zu wiederholen: Die Freude, Teil eines gemeinsamen Projektes zu sein, überwiegt.

„Es freut mich zu sehen, dass das Imagine-Projekt den Austausch untereinander fördert", sagt Eiben nach der Übungsstunde  im Probenraum des Boat People Projektes. Einige Mitglieder der Theatergruppe hatten sich an diesem Abend als „Publikum" zusammengefunden und honorierten die stimmlichen Leistungen des „Imagine"-Projektes mit viel Applaus.

Von Maren Iben

Info

Im Jahr 2003 zum 1050-jährigen Jubiläum der Stadt Göttingen ins Leben gerufen, ist Pop meets Classic mittlerweile zu einer regionalen Institution geworden. Mittelpunkt der Show sind eigens produzierte Arrangements, die das Göttinger Symphonie Orchester gemeinsam mit über hundert verschiedenen Musikern präsentiert . Insgesamt kamen bisher über 60.000 Besucher zu den Konzerten.

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