Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Welt in Schieflage

"Indien" auf der Kellerbühne des Deutschen Theaters Welt in Schieflage

Das Deutsche Theater (DT) wird wieder mobil. Mit der Tragikomödie „Indien“ gehen die Schauspieler Ronny Thalmeyer, Gerd Zinck und Klaus Biella  auf Tour durch die Gasthäuser Südniedersachsens. Die Protagonisten  des Stückes sind zwei Männer die im Auftrag des Fremdenverkehrsamtes Gasthäuser testen.

Voriger Artikel
Zerlegte Figuren
Nächster Artikel
Tief bewegende Kraft

Es geht schon besser miteinander: Fellner (Ronny Thalmeyer (links) und Bösel (Gernd Zinck).         

Quelle: Müller

Göttingen. Heinz Bösel und Kurt Fellner müssen mit robusten Mägen gesegnet sein. Im Auftrag des Fremdenverkehrsinstituts überprüfen sie die Qualität des ländlichen Gaststätten- und Hotelgewerbes. Hauptnahrungsmittel: Schnitzel. Zumindest für Bösel. Der ist maulfaul und mürrisch und isst schon zum Frühstück paniertes Schweinefleisch auf Brot. Sein Kollege Fellner sieht sich in Zimmern und Bädern um und findet rutschende Teppiche und wasserarme Duschen. Leiden können sich die beiden nicht, doch am Ende gehen sie als Freunde auseinander. Eigentlich haben sie nur noch sich.

Der österreichische Kabarettist Josef Hader, Träger des Satirepreises „Göttinger Elch“ 2011, hat mit seinem Landsmann und Kollegen Alfred Dorfer 1991 diese Figuren entwickelt. Die Verfilmung 1995 bescherte beiden schlagartig Berühmtheit. In der Produktion, die am Sonntag auf der DT-Kellerbühne Premiere hatte, spielen Thalmeyer und Zinck die Tester. Beide sind mit großem komischen Talent ausgestattet. Thalmeyer ist ein grandioser Dampfplauderer Fellner mit Liebe zu indischer Musik und zu Gesellschaftsspielen. Zinck gibt den Grantler Bösel, der schon mal laut und handgreiflich wird, wenn er Hochprozentigem zuspricht – also immer. Beide passen überhaupt nicht zueinander und werden doch Freunde.

Zinck und Thalmeyer agieren in diesem rund 70-minütigen Theaterabend grandios. Sie schaffen den schwierigen Spagat, zwischen der lauten, polternden Komödie mit einigem genitalen und fäkalen Witz hin zu einem berührenden Duett zweier Freunde am Abgrund. Unterstützt werden sie von Klaus Biella mit einer kleinen Sprechrolle als Wirt und einer winzigen Schweigrolle als Arzt.

Regisseur Benjamin Hille vertraut voll und ganz auf die Qualitäten seines Schauspielerpersonals. Er lässt sie sich entfalten und miteinander interagieren. Er befeuert ihr komödiantisches Potenzial, indem er sie machen lässt. Herausgekommen ist ein Abend voller Witz, gespickt mit eher lässlichen Zoten, und großen Gefühlen. Das kriegen Hader und Dorfer mit österreichischem Charme großartig hin, die langjährigen Niedersachsen Zink und Thalmeyer aber auch.

Die nächsten Vorstellungen: am 29. November und 6. Dezember um 20 Uhr, am 4. und 11. Dezember um 18 Uhr auf der Kellerbühne des Deutschen Theaters, Theaterplatz 11. Kartentelefon: 05 51 / 49 69 11. Wer das Stück in einer Gaststube in der Göttinger Umgebung präsentieren möchte, kann sich unter Telefon 05 51 / 49 69 14 melden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Milchbar im Nörgelbuff