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Ingmar Stadelmann im Göttinger Apex

Vorpremiere von #humorphob Ingmar Stadelmann im Göttinger Apex

Mit einer Vorpremiere seiner Show, „also einer Show, die noch nicht fertig ist“, hat Ingmar Stadelmann am Mittwoch im Göttinger Apex gastiert. Der Stand-up-Comedian, Sprecher und Radiomoderator ist mit seinem neuen Programm „#humorphob“ im Kampf gegen die Humorlosigkeit unterwegs.

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Ingmar Stadelmann im Göttinger Apex.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Das Plakat zum Programm zeigt Stadelmann martialisch mit Kalaschnikow samt aufgepflanztem Mikro und dem Finger am Abzug. „Es geht um Humor im Zusammenhang mit Ängsten und Menschen, die Angst haben vor bestimmten Formen von Humor“, erläutert der Comedian.

Entstanden sei die Show nach den Anschlägen von Charlie Hebdo, aber auch noch nicht richtig weiter entwickelt. Und jetzt komme er nach den ganzen Terroranschlägen nicht mehr hinterher. „Erst Istanbul, dann Kölner Hauptbahnhof. Die Verhältnismäßigkeit stimmt auch nicht“, beklagt sich Stadelmann. Den Türkei-Urlaub absagen und stattdessen Karneval in Köln feiern – auf die schräge Idee muss man erst mal kommen.

Vielfach ausgezeichnet (unter anderem mit dem Deutschen Comedypreis 2014 in der Kategorie Bester Newcomer) ist Stadelmann – mit Verlaub – eine echte Rampensau. Er ist so locker und entspannt auf der Bühne wie es manch andere nicht Zuhause am eigenen Küchentisch sind. Schwarzhumorig und absolut schmerzbefreit haut er berlinernd seine Pointen so locker aus dem Ärmel, dass es kracht. Und für den Fall, dass er doch zu böse und provokant war, hat er einen Zauberspruch parat. „Alles kann, nichts muss“. Der 35-Jährige stellt klar: „Ich bin kein Humor-Nazi. Ich sage nicht, ihr müsst das lustig finden, sonst seid ihr humorphob. Sondern es ist ein Kann-Angebot.“

Nachtflug-untaugliche Tornados, Rechtsrutsch bei Wahlen in Frankreich und Polen, Dating-Apps, Facebook, Veganer, Katholiken, Ostdeutsche, Gabriel, Schäuble, Pegida, Natur-Dokus, seine polnische Freundin. Stadelmann findet seine Themen gleichermaßen im Politischen wie im Alltäglichen, etwa, wenn es um typisch deutsches Verhalten auf der Autobahn geht. „Die Amis haben die Waffen, wir haben die linke Spur. Da fundamentalisieren wir uns.“

Mit den Themen und Stichwörtern (von Hundekottüte bis Donald Trump), die die Zuschauer auf Zetteln vorgegeben haben, zeigt Stadelmann im zweiten Teil der Show, was Stand-up-Comedy wirklich heißt: Mit dem Mikro in der Hand lässt er sich aus dem Stegreif über Gott und die Welt aus, und reagiert dabei ganz spontan auf das, was im Dialog mit dem Publikum kommt. Völlig souverän, auch wenn mal etwas nicht zündet, reißt Stadelmann seine Witzchen gerade so wie es ihm in den Sinn kommt. Chapeau. Premiere am 3. Februar im Quatsch Comedy Club in Berlin – det looft.

Von Karola Hoffmann

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