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Ins Nimmerland schweben

Junges Theater Ins Nimmerland schweben

Die Kleinen wollten was Aufregendes und vor allem: mit Erwachsenen spielen. Und so suchte und fand Regisseurin Daniela Urban für den Mini- und den Studentenclub im Jungen Theater Göttingen die Geschichte von Peter Pan. Premiere war am Sonnabend.

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Blitzende Klingen: Peter Pan (Timotheus Auerbach, links) und Captain Hook (Felix Deymann).

Quelle: Eulig

Wer kennt ihn nicht – den Jungen Peter Pan, der sich weigert, erwachsen zu werden, der als Anführer der „Verlorenen Jungs“ das geheimnisvolle Nimmerland bewohnt, eine verzauberte Insel, in deren Nähe Captain Hook und seine Piraten ihr Unwesen treiben. Auf der Suche nach seinem verlorenen Schatten landen Peter und die Fee Glöckchen im Haus der Familie Darling. Dort wecken sie Wendy und ihre Brüder John und Michael. Die Menschenkinder lassen sich nicht lange bitten: Sie wollen unbedingt mit in das märchenhafte Nimmerland, wenn sie denn nur fliegen könnten.

Peter und seine Freunde brachten nicht nur den Darlings, sondern auch den Zuschauern ein bisschen das Fliegen bei, und eigentlich ist es ganz einfach: Man muss nur an etwas Schönes denken oder eben so etwas Zauberhaftes wie dieses Theaterstück sehen, mit ein bisschen Feenstaub beworfen werden und schon hebt man ab – und landet in Nimmerland.

Und eben diese Anleitung zum Fliegen schien den Kindern des Miniclubs im Jungen Theater, die die Produktion gemeinsam mit dem Studentenclub stemmten, auch beim Schauspielen zu einer erstaunlichen Leichtigkeit zu verhelfen. Ohne Hemmungen und Schüchternheit, sich ihrer Rollen durchaus bewusst und mit einer erstaunlichen Textsicherheit und Souveränität spielten sie sich durch das Stück.

Kurzen Tanzeinlagen

Allen voran ein quicklebendiger Peter Pan (Timotheus Auerbach), den hin und wieder in kurzen Tanzeinlagen die reale Welt einholt, und Wendy (Antonia Fidler), die mit weiblicher Intuition und Klarheit in die Mutterrolle für all die Jungen und Männer schlüpfte, die nicht groß werden und keine Verantwortung übernehmen wollen. Und dazu gehörten nicht nur die verlorenen Jungs (Sam Roth, Lotta Kuhlmann, Paula Swoboda, Charlotte Kühn), die in ihrer phantastischen Traumwelt aus Versehen sogar einen Pfeil auf Wendy abschossen, sondern auch die Piraten der Jolly Roger. Das selbst Captain Hook (Felix Deymann) am Ende seine männliche Machorolle aufgab, ließ das Happy End, in dem die Darlings alle Kinder adoptieren, ein wenig übertrieben wirken, aber warum soll nicht auch mal die Liebe siegen. Begleitet wurde alles von subtilen Musikuntermalungen, die an den entsprechenden Stellen für Spannung sorgten, ohne den Spielfluss zu unterbrechen oder zu dramatisierend einzugreifen.

Am Ende des etwa einstündigen Theaters gab es riesigen Applaus: für das lebendige Spiel und die großartige Leistung der Darsteller sowie für die Leitung und Regie von Daniela Urban, die mit diesem Stück nach Stuttgart verabschiedet wurde. 

Von Claudia Oelze

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