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„Inscription – Transformation“

Uraufführung Göttinger Symphonie-Orchesters „Inscription – Transformation“

Eine Uraufführung stand auf dem Programm des Konzerts des Göttinger Symphonie-Orchesters (GSO) am Freitag in der Stadthalle: „Inscription – Transformation“, ein Stück für Violine und Orchester von Kenneth Hesketh. Der englische Komponist konnte den Erfolg seines Werks persönlich miterleben.

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Schon zur Eröffnung gab es eine Novität. 

Quelle: Archiv

Göttingen . Schon zur Eröffnung gab es eine Novität. Hesketh hat einen Zyklus von Klavierstücken des französischen Komponisten Henri Dutilleux (1916-2013) für Orchester bearbeitet. In dem einfühlsamen Arrangement erweist er sich als Meister der Instrumentation: Sehr farbig sind diese zarten Miniaturen, mit schönen Kontrasten belebt, atmosphärisch dicht.

GSO-Chefdirigent Christoph-Mathias Mueller und Hesketh kennen sich seit mehr als 20 Jahren. Kein Wunder also, dass Hesketh die Uraufführung seines Konzertstücks dem GSO anvertraute. Zwei Eigenschaften sind es, die diese – beim ersten Hören noch etwas sperrige – Musik auszeichnen: die wirkungsvolle Dramaturgie in der Abfolge von Steigerungen, Ausbrüchen und statischen Klangflächen sowie die faszinierende Vielfalt der zum Teil sehr ungewöhnlichen Klangfarben.

Mueller und seine engagierten Instrumentalisten widmeten sich dieser streckenweise anrührend düsteren, kraftvollen Musik mit Hingabe. Den Solopart hatte Hesketh der amerikanischen Geigerin Janet Sung anvertraut. Sie gestaltete ihn spannungsreich, technisch brillant, musikalisch untadelig. Bemerkenswert lange und ausdauernd applaudierten die Zuhörer nach dieser Premiere.

Wesentlich leichtgewichtiger war die zweite Hälfte des Abends. Hier bezauberte die Solistin mit Haydns C-Dur-Violinkonzert, dem vielleicht eine größere Leichtigkeit im Ton des Soloparts gut getan hätte. Den Abschluss bildete die G-Dur-Symphonie von Jean Françaix, ein federleichtes, witziges, unterhaltsames Stück, in dem die GSO-Musiker ihre ansteckende Spielfreude ausleben konnten. Der zweite Satz ist geradezu eine Kantilenen-Orgie der Holzbläser über Streicher-Samt. Viel Beifall, am Ende ein Extra-Applaus für den Cellisten Ernö Scheich, der nach 38 GSO-Dienstjahren in den Ruhestand tritt.

Die nächsten GSO-Konzerte in der Stadthalle, Albaniplatz 2: Freitag, 19. Februar, um 19.45 Uhr (Zyklus I) und Sonntag, 21. Februar, um 18 Uhr (Sonderkonzert Stiftung „Jugend musiziert“).

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Von Redakteur Michael Schäfer

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