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Interkulturelle Comedy mit Enissa Amani

Stadthalle Göttingen Interkulturelle Comedy mit Enissa Amani

Enissa Amani hat am Freitag in der ausverkauften Stadthalle in Göttingen einen kulturellen Austausch der etwas anderen Art geschafft. Mit ihrem Programm „Zwischen Chanel und Che Guevara“ machte sie einen Spagat zwischen vielen Klischees, Flüchtlingspolitik und aktuellen Trends.

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Enissa Amani in der Stadthalle in Göttingen

Quelle: CR

Göttingen. Amani trifft den Humor einer ganzen Nation. Ihr Programm bietet ein breitgefächertes Themenfeld, in dem sich das Publikum wiederfinden kann. Ob es um die klischeehafte deutsche Kartoffel, den stehlenden Polen oder die stolzen Iraner geht: Die Zuschauer lachen sich von einem Gag zum nächsten.
 
Der Auftritt Amanis erinnert an eine gemütliche Kaffeerunde, in der über Gott und die Welt geredet wird. Sie erzählt Geschichten aus ihrem Leben, über ihre iranische Herkunft oder ihre sozialistische Erziehung und vereint damit viele Kulturen an ihren Auftrittsorten. Die iranische Fanbasis hat auch in der Stadthalle nicht gefehlt, und auf Abfrage Amanis offenbaren sich noch viele weitere Kulturen.
 
Sie gewährte dem Publikum auch einen Einblick in ihren Werdegang. Innerhalb eines Jahres wurde Amani von einer mehrfachen Studienabbrecherin zum Comedian. Erst wollte sie Jura studieren und sich für Frauenrechte im Iran einsetzen: „Das ist der beste Job der Welt. Du hast den ganzen Tag frei.“ Durch Auftritte auf öffentlichen Bühnen in Köln wurde „TV Total“ auf sie aufmerksam, und seitdem geht ihre Karriere steil bergauf.
 
Amanis Humor ist kein stumpfer Mario-Barth-Humor, nicht schwarz und weiß und durchaus politisch. Klare Stellung bezieht Amani zum Islam. Sie selbst sei unreligiös, glaube aber an einen Gott. Jeder solle glauben was er wolle.  „Ich finde es schrecklich, was derzeit für eine Islamhetze durch die Medien geht. Überall liest du Islamisierung und Islamismus. Das schürt Vorurteile und wegen ein paar Prozent Irrer werden Milliarden Menschen in einen Topf geworfen. Dadurch wird man manipuliert, und das ist gefährlich.“
 
Amani empfiehlt ihrem Publikum, locker zu werden: locker gegenüber Vorurteilen, locker gegenüber vulgärer Sprache. Dabei überzieht sie auch gerne in der Zeit und erzählt ein paar Geschichten mehr. Denn eine gemütliche Kaffeerunde mit Amani könnte ewig weitergehen.

Von Vincent Lubbe

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