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Schauspielerin Inbal Lori liebt Impro

Internationales Impro-Festival Schauspielerin Inbal Lori liebt Impro

Enthusiastisch und motiviert – Inbal Lori, Mitglied der Impro-Gruppe Three Falling aus Israel, erzählt begeistert von ihrem Beruf. Mit Three Falling ist sie am Freitag, 15. April, in Göttingen zu Gast beim Internationalen Impro-Festival.

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Inbal Lori mit einem Impro-Kollegen.

Quelle: Boller

„Ich bin schon neugierig auf Göttingen. Ich habe nur Gutes über die Impro-Szene dort gehört“, sagt Lori, die zurzeit in Berlin wohnt, wo sie in der Impro-Gruppe „The Gorillas“ mitwirkt und in Workshops Improvisations-Techniken vermittelt. In Europa könne sie neue Partner und neue Methoden beim Schauspiel ausprobieren. Nach Berlin kam sie 2009 zum ersten Mal.

Info

Die Schauspielerin Inbal Lori tritt beim Internationalen Impro-Festival unter dem Namen Three Falling auf: 15. April, 20 Uhr: „Out There“ mit Three Falling und „Invisible Horror” mit der Comedy-Company, Hidden Shakespeare und Three Falling, Lumière, Geismar Landstraße 19 (05 51 / 48 45 23) 15. April, 22.15 Uhr: „Showtime!“ mit der Comedy-Company, Hidden Shakespeare und Three Falling, Lumière. 16. April, 20 Uhr: „Wir gegen die“ mit der Comedy-Company, Hidden Shakespeare und Three Falling, Deutsches Theater, Theaterplatz 11, Göttingen (05  51 / 49 69 11).

Improvisationstheater in Deutschland und Israel funktioniert unterschiedlich. „In Israel ist das Publikum lauter, leidenschaftlicher, weniger politisch korrekt. Man kann als Künstler viel wilder sein“, erzählt Lori über ihre Zuschauer in ihrer Heimatstadt Tel Aviv. Zu Hause sei es für sie einfacher, politische Themen auf der Bühne anzusprechen. In Deutschland würde sie dies mit mehr Bedacht tun. „Wenn ich hier Politik thematisiere, dann nicht einfach so aus Spaß, sondern weil ich einen Zweck damit verbinde“, erklärt Lori ihre Vorgehensweise.

Wenn sie in Deutschland arbeitet und auftritt, spricht die Israelin Englisch. „Man gewinnt und verliert etwas, wenn man nicht in seiner Muttersprache spricht“, bilanziert sie. Auf Hebräisch könne sie in drei Worten eine Anspielung verpacken, die das Publikum sofort verstünde. „Im Hebräischen bin ich mehr zu Hause. Im Englischen können meine Worte nicht eine ganze Welt transportieren“, versucht Lori den Unterschied zu beschreiben. Auch wenn sie fließend Englisch spricht, das kulturelle Wissen in der Sprache sei ihr nur in der Muttersprache gegeben.

Improvisation erfordere eine Menge Können. Was auf der Bühne leichtfüßig und spontan wirkt, erfordert viel Übung und Technik. „Man improvisiert die Geschichte, also den Kontext. Aber es gibt auch einige Grundregeln, die man beherrschen muss. Wenn man die drauf hat, dann kann man auf die Bühne“, erklärt die erfahrene Schauspielerin. Das Spielen in einer Gruppe wie Three Falling erfordere Vertrauen und Einfühlsamkeit. Aber es kommt auch vor, dass man sich auch der Bühne herausfordert und neckt. „Wenn ich weiß, dass mein Partner nicht so gerne singt, dann bring ich ihn vor Publikum trotzdem dazu“, verrät Lori verschmitzt.

„Ich mag den Frieden, die Verrücktheit und die Kreativität am Impro-Theater“, fasst die Künstlerin die Vorzüge dieser besonderen Form des Schauspiels zusammen. Lori ist überzeugt: „Alle können dabei etwas lernen. Es ist unglaublich inspirierend für alle Beteiligten.“

Von Jorid Engler

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