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Irene Pregizer und die Landschaft

Künstler und ihre Alteliers Irene Pregizer und die Landschaft

Eine Altbauwohnung am Rande der Northeimer Altstadt. Hohe Decken, viele Fenster, viel Licht. Das in die Wohnung integrierte Atelier umfasst zwei große Räume. Materialschränke, Staffeleien, jede Menge Pinsel, Farben, Töpfe, Stifte haben ordentlich ihren Platz. Großformatige Leinwände stehen gruppiert in den Ecken.

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Genaue Beobachterin: Irene Pregizer sucht Impulse in der Landschaft.            

Quelle: Wenzel

Northeim. Einige Bilder, die von bemerkenswerter malerischer Brillanz sind, hängen an den Wänden. Zwei große Arbeitstische fallen auf.

Pregizers malerisches Thema ist die Landschaft, allerdings ganz unsentimental und losgelöst von regionalen Bezügen. „Landschaft ist nur eine Form der Verortung, des Raumes an sich und als Bewegungsmoment des Unterwegsseins zwischen den Orten, im Bezug auf den Menschen“, erklärt die Künstlerin.

Impulse bekommt Pregizer „über das genaue Beobachten von dem, was ist“. Bei der Umsetzung auf die malerische Ebene erfolge dann die Transformation in die freie Malerei und die Loslösung vom Realistischen durch einen Abstraktionsvorgang. „Das ist ein Jonglieren von Wollen und Geschehenlassen.“ Als „eine hoch anspruchsvolle Technik“ komme ihr das Aquarell sehr entgegen, weil dabei der Zufall im Malerischen eine sehr große Rolle spiele.

„Die malerische Komponente bildet für mich den wichtigsten Aspekt. Also, wie finde ich qualitativ zu guter Malerei“, betont Pregizer. Dabei gehe es ihr um Fragen wie Farbauftrag, Pinselduktus, Bildstruktur, Rhythmus, Spannung und Komposition und um die Praxis von Versuch und Irrtum. Das Arbeiten an Serien eigne sich gut, um in ein Thema hineinzukommen und es maltechnisch zu erarbeiten. Oft fange sie spielerisch und mehr experimentell mit kleinen Formaten an. Wenn sie sich die Kompetenz erarbeitet habe, könne sie diese gezielt in größerem Format umsetzen.

1949 in Argentinien geboren, in Süddeutschland aufgewachsen, ging Pregizer nach Berlin zum Studium der freien Malerei an der Hochschule der Künste. Während dieser hochpolitischen Zeit der Studentenbewegung sei alles in Frage gestellt worden, auch die Kunst und die Malerei. Eine wichtige Zeit, die Pregizer in ihrer künstlerischen Arbeit nachhaltig geprägt hat.

So müsse ein Bild auch über die Bildsprache sprechen, aber nur indirekt. „Auch als politisch denkender Mensch würde ich nicht direkt auf etwas hinweisen wollen.“ Pregizer bezieht klar Position: „In meiner Arbeit als Künstlerin, als Malerin, möchte ich keine Sentimentalität aufkommen lassen. Wenn ich es professionell sehe, darf die eigene Person nicht der Grund für meine Bilder sein.“ Überhaupt, so viel in ihre Bilder „hineinzudeuteln“ widerstrebt ihr.

„Die besondere Herausforderung und Gratwanderung ist, wie ich die Malerei als ein klassisches Thema in eine zeitgenössische Form bringen kann.“ Und vorrangig sei die Frage zu untersuchen, welche Möglichkeiten die Darstellung von Landschaft in der Malerei der heutigen Zeit hat.

Seit 1976 als freischaffende Künstlerin tätig, wurde Pregizer nach dem Studium in einem Dorf im Solling sesshaft. Seit 16 Jahren lebt und arbeitet sie in Northeim, gibt Malunterricht und stellt vor allem in der Region aus. Und wo geht es künstlerisch hin? „Es ist alles klar umrissen. Ich kann ja nur weiter arbeiten. Es gibt genug Dinge, die spannend und interessant sind.“

Von Karola Hoffmann

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