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Irish Folk auf Barockinstrumenten

Quadriga Consort in der ausverkauften Alten Fechthalle Irish Folk auf Barockinstrumenten

Das Publikum klatschte und trampelte begeistert. Vor ausverkauftem Haus hat das Grazer Quadriga Consort am Sonnabend in der Alten Fechthalle winterliche Traditionals aus England und Irland gespielt. Die neu arrangierten Stücke erklangen auf Instrumenten des 16. und 17. Jahrhunderts.

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Die Musiker des Ensembles Quadriga Consort.

Quelle: EF/Niederstadt

Göttingen. Es war ein bisschen wie in der Weihnachtsgeschichte. Es klopfte und klingelte noch ein paar Mal an der Eingangstür. Doch Stefan Lipski vom Musikgeschäft Tonkost, der zusammen mit der Göttinger Händel-Gesellschaft das Konzert ausrichtete, musste die Gäste abweisen. „Mehr als 120 Menschen passen nicht in die Fechthalle“, erklärte er bedauernd: Kein Platz in der Herberge.

Die sieben Österreicher hatten 2014 während der Internationalen Händel-Festspiele einen gefeierten Auftritt auf Gut Reinshof mit „Crime & Mystery“, Verbrechen und Geheimnis. Mit ihrem Winteralbum 2012/13 landeten sie einen Bestseller. Die Plattenfirma Sony war so angetan, dass sie um ein zweites Album bat. So entstand „Winter᾽s Delight“, die neunte CD seit Gründung der Gruppe 2001. Die Freuden des Winters haben die Musiker nun in Göttingen bei ihrem einzigen Deutschlandauftritt präsentiert.

Der Gründer und Kopf von Quadriga Consort, Nikolaus Newerkla, gräbt die Volksmusikwerke der Barock- und Renaissancezeit in Archiven aus, die über das Internet zugänglich sind. Er arrangiert die Stücke, die in der Regel noch nie eingespielt wurden, neu für das historische Instrumentarium. Moderne Einflüsse sind nicht zu verkennen.

So baut Newerkla in Geoge Withers Wiegenlied „Sweet Baby, Sleep“ Minimal-Art-Elemente ein. Der virtuose Perkussionist Laurenz Schiffermüller experimentiert mit Rahmentrommeln, die weniger mit den britischen Inseln, als mit Südeuropa oder dem Nahen Osten zu tun haben. Sogar eine westafrikanische Kinder-Rassel, die er während eines zweimonatigen Kamerunaufenthaltes kennenlernte, verwendet er.

Drei Gamben sind zu hören. Viel Applaus gibt es für die gezupften Pizzicati. Die Flöten erinnern an mittelalterliche Spielmannsmusik. Newerkla selbst spielt Cembalo. Nach Göttingen ist er mit einem kleineren, winterlich blauen Spinett gekommen. Als Sängerin hat das Ensemble die Sopranistin Elisabeth Kaplan verpflichtet. Das Kind österreichischer Eltern ist sie in Südafrika aufgewachsen. Englisch ist ihre zweite Muttersprache. Sie hat Newerkla während der gemeinsamen Studienzeit in Graz kennengelernt.

In Erstaunen setzt Quadriga das Publikum mit der Urfassung von Cat Stevens Hit „Morning has broken“, einem alten Weihnachtslied. Mitreißend sind die Wassails, englische Lieder zu denen im Winter ein warmes Würzbier getrunken wird. Die Zuhörer können nicht genug bekommen. Newerkla: „Ihr seid das beste Publikum. Das sage ich zwar bei jedem Konzert, aber heute stimmt es."

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