Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Vielfalt im Diskurs

Jahresausstellung des Bundes Bildender Künstler Vielfalt im Diskurs

Wenn der Bund Bildender Künstler (BBK) Südniedersachsen seine Jahresausstellung zeigt, reichen die Stühle im Künstlerhaus kaum aus. Rund 100 Besucher kamen am Sonnabend zur Ausstellungseröffnung, um sich von den Arbeiten der 23 Künstlerinnen und Künstler überraschen zu lassen.

Voriger Artikel
Berauschendes Partypaket
Nächster Artikel
Erinnerung an Suffragette Pankhurst

Ein gemeinsames Thema gibt es bei dieser Ausstellung nicht. So steht das traditionsverbundene Stillleben neben schwebenden Fantasiewesen, Abstraktes neben Fotografien, bildnerische Reaktionen auf aktuelle Kriege neben der Begeisterung für die Formenvielfalt von Baumstämmen.

Quelle: SPF

Göttingen. Ein gemeinsames Thema gibt es bei dieser Ausstellung nicht. So steht das traditionsverbundene Stillleben neben schwebenden Fantasiewesen, Abstraktes neben Fotografien, bildnerische Reaktionen auf aktuelle Kriege neben der Begeisterung für die Formenvielfalt von Baumstämmen. Eines aber vereint alle 46 Exponate: Sie reproduzieren nicht etwa das Sichtbare, wie Georg Hoppenstedt in seiner Begrüßung hervorhob, sondern sind eine „Herausforderung zum Diskurs“.

So thematisiert etwa Erhart Schroeter in seinen beiden großformatigen Acrylbildern „Fire Balls“ und „Airport Aleppo“ die Gewalt und das Blutvergießen in Syrien allein durch die Dynamik von Farben und der Linienführung. Welche Widersprüchlichkeiten zwischen dem modernen Städtebau und dem historisch Gewachsene in Göttingen bestehen, wird an den sechs Fotografien „Schöne Aussichten“ von Tamara Wahby deutlich. Da muss sich das alte Gemäuer der Stockleff-Mühle zwischen Carré und der Bebauung am Robert-Gernhardt-Platz förmlich ducken, um nicht erdrückt zu werden.

Linien, die sonst stets im Zweidimensionalen gefangen sind, werden von Georg Hoppenstedt in den Raum gestellt, entwickeln gleichsam körperhaft ein eigenes, ausgesprochen selbstbewusstes Leben. Erhart Joseph bringt Ölfarbe und Pigmente auf gefaltete Pappe: kunstvoll geometrisch geordnete Farbvariationen. Ganz gegenständlich dagegen das Stillleben von Elisabeth Witt, beherrscht vom Weiß des Tisches und dem kraftvoll-dominanten Rot des Granatapfels. Ein nur scheinbar alltägliches Bild.

Die Ausstellung bietet, wie Tina Fibiger in ihrer Einführung herausstellte, ein „vielstimmiges Gesamtbild über den Stand der Dinge“. Das kann man zum einen auf die Sujets der Bilder beziehen, zum anderen aber auch auf den Stand der Dinge beim BBK. Welche Vielfalt dort möglich ist, welch lebendige Auseinandersetzung mit unserer Gegenwart dort gepflegt wird, das zeigt die Ausstellung auf eindrucksvolle Weise.

Noch geöffnet:

Die BBK-Jahresausstellung ist bis zum 13. November im Göttinger Künstlerhaus, Gotmarstraße 1, zu sehen: dienstags bis freitags von 16 bis 18 Uhr, sonnabends und sonntags von 11 bis 16 Uhr. Am Sonntag, 23. Oktober, ist um 11 Uhr eine Führung mit Ute Gruenwald angesetzt.

Die Aussteller: Marion Bergmann, Helmut Boeder, Hilke Diers, Marcos Durand, Dörthe Gerken, Sabine Harton, Heidi Hogel, Georg Hoppenstedt, Christel Irmscher, Gudrun Jockers, Erhart Joseph, Hermann Kalkofen, Sigrid Kindekl, Anneli Kuismanen, Konrad Mätzig, Sonja Mehner, Irene Pregizer, Erhart Schröter, Lilly Stehling, Tamara Wahby, Fintan Whelan und Elisabeth Witt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Von Redakteur Michael Schäfer

Die Milchbar im Nörgelbuff