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Beeindruckendes Ambiente

Festival „Jazz ohne Gleichen“ Beeindruckendes Ambiente

„Wir gehen auf die 300 zu“, sagte Jörg Bachmann. Der Mitorganisator des Festivals „Jazz ohne Gleichen“ zeigte sich überaus zufrieden mit der Zahl der Besucher auf dem Gelände des Schlosses Rittmarshausen. Nach einer Programmänderung trat Hanna Carlson am Sonntagmittag auf – vor ganz vollem Haus.

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Hanna Carlson singt Ella Fitzgerald, ihre Band begleitet sie im Hintergrund.

Quelle: Pek

Rittmarshausen. Die Organisatoren tragen orangefarbene T-Shirts. Auch Bachmann hat ein solches Hemd übergestreift. Er betreibt in Einbeck die Kulturkneipe „Esel“, in der regelmäßig hochkarätige Musiker aus der ganzen Welt auftreten, und zählt zu den Begründern des Festivals. Hauptinitiator vor Ort ist Matthias Heintz. Sie waren vor einigen Jahren mit Henrik von Görtz zusammengekommen, Herr des Schlosses in Rittmarshausen. Gemeinsam schmiedeten sie den Plan, das Festival zu organisieren.

Das Ambiente des Festivals ist beeindruckend. Im Hintergrund thront das große Herrenhaus, während der Jazztage Rückzugsgebiet für die Musiker, erklärt Görtz. Die Auftritte finden im gegenüberliegenden Schafstall statt. Das Gebäude soll demnächst restauriert werden. Der Sanitärbereich ausgebaut und der Eingang etwas verlegt. Auch eine Garderobe soll das Gebäude bekommen, sagt Heintz. Zwischen beiden Häusern liegt ein großer Hof mit einem überdachten Bereich. Hier bot der Caterer Böning-Schaumberg allerlei Stärkung an. Frank Schaumberg zählt zu den Sponsoren des Festivals, und er ist Vorsitzender des örtlichen Kulturvereins, der ebenfalls an der Organisation beteiligt ist.

„Etwas über 20 000 Euro“ betrage der Etat, sagt Bachmann. Dazu tragen die Gemeinde Gleichen bei, der Kulturverein Hurkuth, der NDR mit seiner Musikförderung, die Sparkasse Duderstadt, aber auch die Bio-Versorger Lotta Karotta und Naturkost Elkershausen, ein Örtlicher Zahnarzt, eine Friseurin und andere. „Wir versuchen, ein abwechslungsreiches Programm zu organisieren“, erläutert er.

Gekommen ist in diesem Jahr das Lisbon Jazz Quartett. Zwei der Musiker leben in Lissabon, die portugiesische Fluglinie sponserte ihren An- und Abreise. „Allerdings konnten sie die Flüge nicht wählen“, berichtet Bachmann. Um 16 Uhr mussten sie für den Rückflug wieder in Frankfurt sein. Das Festivalteam organisierte um. Das Quartett trat am Morgen auf, Hanna Carlson dafür am Nachmittag. Ihre Band wurde für die Hommage an Ella Fitzgerald verstärkt von Streichern des Göttinger Symphonie-Orchesters um Wojtek Bolimowski. Hochprofessionell gestalteten die Sängerin und die Musiker das Programm mit schönen Arrangements und der ausgebildeten starken Jazzstimme Carlsons. Anschließend trat die Sängerin und Pianistin Johanna Borchert auf, „Echo“-Preisträgerin im Jahr 2015. Zum Abschluss gastierte Banda Internationale aus Dresden, eine annähernd 20-köpfige Brassband.

Schloss Rittmarshausen sind etwas in die Jahre gekommen. Hier und da fehlen Fensterscheiben. Das Dach des Gangs in der Mitte des Hofes ist dicht bemoost. Alte Gerätschaften stehen wohlsortiert in ehemaligen Ställen. Das Herrenhaus hat Schlossherr Götz bereits in Angriff genommen, keine Luxussanierung, aber eine ausreichende ist geplant. Während des Gesprächs mit dem Pressevertreter kommen immer wieder Musiker vorbei. Sie verabschieden sich von Bachmann und den anderen und bedanken sich für den schönen Aufenthalt. „Den Musikern hat es sehr viel Spaß gemacht“, berichtet Bachmann. Und wird es eine Fortsetzung geben? Bachmann: „Ich denke, ja.“

Von Peter Krüger-Lenz

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