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Jazzinterpretationen mit Gefühl und Glanz

Gitte Hænning und Band Jazzinterpretationen mit Gefühl und Glanz

Eine rauchige, volle Stimme, ein weites, weißes Tüllkleid, ein weißer Frack, ein schwarzer Zylinder: Gitte in der Manege – am Sonnabend war das die Bühne einer nahezu ausverkauften Dransfelder Stadthalle. 

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Sängerin und „Spielkameraden“: Gitte Hænning mit Bassist Oliver Potratz (l.) und Gitarrist Arne Jansen (r.).

Quelle: Heller

Die Sängerin Gitte Hænning war mit ihrer Band und dem aktuellen Programm „Was ihr wollt“ nach Südniedersachsen gekommen. Ihr Auftritt schloss die Reihe der Veranstaltungen der Initiative Kultur im Kreis für 2012.

Diese zierliche Frau hat eine erstaunliche Karriere hinter sich. Schon als Kinderstar stand sie in den 50er Jahren in ihrer Heimat Dänemark auf der Bühne. In den folgenden Jahren machte sie als  Schlagerstar unter anderem an der Seite von Rex Gildo Furore. Einen Imagewechsel zur ernsthaften Popinterpretin vollzog sie dann in den 80er Jahren. Immer wieder nahm sie in der letzten Zeit  auch Jazzsongs auf und bekam Lob für ihre Interpretationen.

Im ersten Teil des Abends spielt Gitte Hænning ältere („Ich bin die Frau neben dir“, „Ich will alles“) und neue Songs („Salz in der Luft“). Zum Teil popig, manchmal erstaunlich rockig – „Poesie und Rock‘n Roll gehören zusammen“ erklärt sie. Immer noch kann die 66jährige mühelos mit ihrer Stimme von zart-säuselnd zu druckvoll rockig wechseln, erreicht ausdrucksvolle Tiefen.

Gitte weiß aber auch, dass man „gute Spielkameraden“ braucht für so ein Konzert, „sehr gute,  überragende“. Und in der Tat hat sie vier exzellente Musiker um sich versammelt. In der Jazzszene bestens bekannt ist beispielsweise ihr Pianist, Saxophonist und Arrangeur Friedemann Matzeit, der viele Songs für die CD „Was ihr wollt“ neu bearbeitet hat. Musikalisch ist das alles sehr gut, ein bisschen blass bleibt die Dänin in diesem Teil dennoch. Das ist auch der Tatsache geschuldet, dass sie meist auf dem Barhocker vor einem Notenpult sitzt und ihre Texte abliest. Ihre Gesten sind spärlich, die Ansagen wirken etwas leblos.

Stimmig wird es dann im zweiten Teil des Abends. Jetzt ganz in schwarz, allerdings mit grellrotem Tüllunterrock widmet sich Gitte dem Jazz.  Gekonnt interpretiert sie Jazzsongs großer Musiker unter anderem von Nina Simon und Bill Evans. Jetzt lässt sie ihren Charme aufblitzen – und den roten Unterrock. Jetzt zieht sie alle Register ihrer Stimme, ist mit Gefühl dabei. Auch das Publikum ist nun spürbar mehr bei der Sache, applaudiert fast enthusiastisch und entlässt Gitte Hænning nicht ohne etliche Zugaben zu fordern.

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