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Jazztrio Lammel, Lauer und Bornstein zu Gast im Göttinger Apex

Novemberlieder Jazztrio Lammel, Lauer und Bornstein zu Gast im Göttinger Apex

Sie haben sich 2006 beim Studium in Dresden kennengelernt und spielen seit 2009 im Trio Lammel, Lauer und Bornstein zusammen. Ein Kollektiv im musikalischen wie auch im privaten Bereich. So trägt jeder der Musiker zu den Kompositionen bei.

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Andreas Lammel, René Bornstein und Florian Lauer (von links).

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Im Februar 2014 haben sie ihre CD Novemberlieder veröffentlicht, die sie nun im Apex präsentiert haben. Metallene Besen streicheln die Trommelfelle. Knarzen wird mit dem Bogen auf dem Kontrabass erzeugt. Dazu erklingen leise Klavieranschläge. Langsam steigern sie sich in einen berauschenden Exkurs. Mit dem Zyklus Nr. 4 „Novemberfieber“ beginnt das Trio um Andreas Lammel am Piano, Florian Lauer am Schlagzeug und  René Bornstein am Kontrabass ihr Konzert. Alle Stücke zum Zyklus hat Bornstein im November und das erste Stück dem Titel entsprechend bei 39 Grad Fieber komponiert. Bornstein übernimmt auch die Moderation des Abends.

Das von Lauer komponierte „First kiss“, eine Metapher für das „erste Mal“ in unterschiedlichen Situationen, wird von bedrohlich klingenden Klavierläufen zu leisem Beckenschlag eröffnet und geht direkt über in das „Novemberlied Nr. 4“. In „LL Groove“ spielt Lammel einhändig und dämpft mit der zweiten Hand die Klaviersaiten. Zwischendurch spricht Bornstein über ihre CD. 100 Exemplare wurden von der Neo-Rauch-Schülerin Franziska Reinbothe individuell gestaltet.

Im zweiten Set wird eine Komposition von Lauer in drei Varianten als Fragment eingestreut. Geliehen haben sie sich die Adaption „Mignon“ aus Robert Schumanns „Album für die Jugend“. Zum „Zwölftonimprokanonintro“ gibt es eine kleine Einführung in die Zwölftontechnik Schönbergs. Das Trio glänzt mit leidenschaftlich fließendem Zusammenspiel und Spielfreude. Die Stücke werden in langen Spannungsbögen aufgebaut. Leise, fast lyrische Passagen wechseln sich mit energiegeladenen Teilen ab.

Ihr Spiel lässt gleichberechtigt Raum für Improvisationen ohne sich darin zu verlieren. Zu „Schneeweiss und Rosenrot“ flattert der Bogen über die Basssaiten. Die Musiker schöpfen noch mal alle Facetten aus. Den Abschluss des Abends darf das begeisterte Publikum selbst bestimmen. Nach Abstimmung zwischen laut oder leise beendet das beeindruckend homogene Ensemble sein Konzert mit der Ballade „Autumn comes“.

Von Jörg Linnhoff

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