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Jekyll und Hyde von Caroline Peters

Unheimliche Lesung im Alten Rathaus Jekyll und Hyde von Caroline Peters

Vor allem ihre Rolle als Sophie Haas in der Fernsehserie "Mord mit Aussicht" hat Caroline Peters bekannt gemacht. Zum Göttinger Kultursommer kam die Schauspielerin am Freitag, um aus "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" zu lesen und zu beweisen, dass der Klassiker "so unheimlich wie eh und je" ist.

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Caroline Peters liest im Alten Rathaus Göttingen.

Quelle: Harald Wenzel

Göttingen. Sie betritt die Bühne und erhält schon zur Begrüßung viel Applaus. Das freut die Schauspielerin, die      sich sogleich ans Werk macht mit dem brutalen Angriff von Mr. Hyde auf einen Londoner Abgeordneten. Peters sorgt mehr als eine Stunde für Spannung. In der heißen, abgedunkelten und ausverkauften Halle des Alten Rathauses verfolgt das Publikum gebannt die Geschehnisse in der Upper Class im nebligen London.
1886 hat Robert Louis Stevenson mit "Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde" die vom viktorianischen Zeitalter geprägte Leserschaft geschockt. Seine Geschichte vom unbändigen Forscherdrang des angesehenen Dr. Jekyll brachte hervor, was undenkbar war: Gut und Böse in einer Persönlichkeit zu separieren, mit einer Wundertinktur zum Höllengeist Mr. Hyde zu werden und als dieser auszuleben, was sich ein Gentleman nie und nimmer durchgehen lassen durfte.
Mit ihrer Auswahl aus dem Psychothriller hat Peters nicht nur Stevensons akribische Beschreibungen von London, von feiner und dienstbarer Gesellschaft herausgestellt, sondern mit ihrer mal klaren, mal knödelnden Stimme, mal verzweifelt, mal fistelnd eingesetzt, den Figuren ihren Charakter gegeben.

Termin

Mit dem Spardosen-Terzett kommt Schauspieler August Zirner mit "Diagnose Jazz" zum Kultursommer am Sonnabend, 9. Juli, um 20.30 Uhr im Alten Rathaus. Der Kultursommer ist eine Veranstaltung des Fachdienstes Kultur der Stadt Göttingen.

Und am Ende, wieder mit viel Applaus bedacht, geht sie mit diesem breiten Haas-Grinsen ab. Von Peters hat sie nur soviel preisgegeben, wie es die Profession verlangt: Hat an dem Abend auf der schwarzen Bühne auf schwarzem Stuhl am schwarzen Tisch im kleinkarierten schwarz-weißen Kleid gesessen und unheimlich gut Jekyll und Hyde separiert, hat Gut von Böse getrennt. Vielleicht hat sie deshalb diesen Klassiker ausgewählt, weil sie als Kommissarin Haas im Eifel-Dorf Hengasch am Ende auch immer dem Mörder auf die Spur kommt. Im Alten Rathaus knipst sie das Licht der altmodischen Schirmlampe auf dem Tisch aus, als Jekyll sich sein Todesurteil ausgestellt hat, weil er den bösen Charakter Hyde nicht mehr los wird - die Tinktur wirkt nicht mehr, das Böse hat gesiegt und Peters mit ihrer Leseweise überzeugt.

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