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Jesper hat den Blues

Kulturzelt in Kassen Jesper hat den Blues

Jesper Munk steht vor dem Kulturzelt in Kassel. Erst mal eine Rauchen. Gerade hat er das Publikum 90 Minuten lang gerockt. Jetzt ist er umringt von jungen Frauen, die ein Foto mit ihm wollen. Das alles ist ein wenig kurios, denn Munk ist Bluesmusiker – aber irgendwie auch Popstar.

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Jung und lässig: Jesper Munk mit dem Bassisten Sepalot.

Quelle: Krüger-Lenz

Kassel. Munk sieht aus wie ein Abiturient. Aber er singt wie jemand, der ein ganz hartes Leben hinter sich gebracht hat. Dem Blues hat er sich verschrieben in einer Zeit, in der junge Musiker in Deutschland auf Gefühlsduseligkeit und die deutsche Sprache setzen. Das ist komplett anachronistisch. Seine Fans schert das nicht. Munk hat den Blues und seine Spielarten wieder salonfähig gemacht.

Munks Mutter ist Dänin, der Vater Deutscher, ein Musiker. In München wuchs er auf, baute sein Abitur und ging zum Musizieren auf die Straße. Dort endeckten ihn Musikredakteure eines Radiosenders, berichtet die Legende. Was folgte, war ein steiler Aufstieg. Munk und seine Bandkollegen Sepalot am Bass und der Schlagzeuger Clemens Finck von Finckelstein sind mit Munks zweitem Album auf Tour. Im Kulturzelt spielt die Band einen Mix vom ersten Stück des ersten Albums „For In My Way It Lies“, laut Munk „das erste Lied, dass wir jemals veröffentlicht haben“, über aktuelle Songs bis hin zu brandneuem Material. „Halbfertig“, sagt Munk. Oder: „in einem fortgeschrittenen Stadium“. Das Repertoire setzt sich zusammen aus eigenen Stücken und Covern von Bluesklassikern aus den 1920er-Jahren bis hin zu Tom Waits.

Munk spielt sehr lässig und souverän Gitarre und Klavier. Er singt mit einer Stimme, deren Wucht und Rauheit so gar nicht zu dem eher schmächtigen 24-Jährigen passen will. Dieses Organ macht das Konzerterlebnis dann auch zu einem besonderen. Das Publikum, augenscheinlich nicht von klassischen Bluesfans dominiert, erklatschte sich die üblichen Zugaben und wollte gar nicht gehen.

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