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Jimmy Wahlsteen auf der Kulturbühne im Apex

Eindringlich und virtuos Jimmy Wahlsteen auf der Kulturbühne im Apex

Er startete seine Karriere als gefragter Session- und Studiomusiker in Schweden. Seinen internationalen Durchbruch erzielte der aus Stockholm stammende junge Akustik-Gitarrist Jimmy Wahlsteen 2009 mit seinem Debütalbum „181st Songs". Im Apex präsentierte er sein neues Werk „No Strings Attached".

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Jimmy Wahlsteen im Apex

Quelle: Linnhoff

Göttingen. Dank seines individuellen Stils und einer großen YouTube-Fangemeinde ist Wahlsteen mittlerweile ein international gefragter Gitarrist. Das deutsche Musikmagazin „Akustik Gitarre“ widmete ihm eine Coverstory. Mit Tommy Emmanuel, einem der renommiertesten Akustik-Gitarristen weltweit, hat er schon im Duo gespielt.

Ganz in Schwarz gekleidet, das lange blonde Haar modisch hinten zusammengebunden, betritt Wahlsteen lässig die Bühne und begrüßt die Besucher mit einem Lächeln und ein paar Brocken in deutscher Sprache. Seinen Tourneen bestreitet er stets solo, im Gepäck zwei akustische Gitarren, ein Laptop, eine Pedalstation und andere kleine Effektgeräte.

Mit „12 Rooms“ von seinem zweiten Album „All Time High“ eröffnet der junge Gitarrist den Abend und demonstriert gleich in beeindruckender Weise seine Fingerfertigkeit. Schnell gespielte Akkorde gehen über in ruhigere, melodische Passagen.

Wahlsteen geht es, wie vielen seiner jungen innovativen Kollegen einer ganz neuen Gitarrengeneration, nicht darum, allein seiner beeindruckenden Technik Ausdruck zu verleihen. Sein Spiel zeichnet sich durch große kompositorische Kompetenz und Harmonie aus.

Dabei kreiert er einen sehr eigenen Gitarrenstil mit einer fast bildhaften Sprache, der zweifellos die Melodie in den Vordergrund stellt. Zusätzlich weiß er auch, sparsam eingesetzt, die Möglichkeiten der Technik zu schätzen, weil sie, wie er anmerkt, einfach einen coolen Sound ermöglichen.

Bei abgedunkelter Bühne leiten herannahende Geräusche wie in einer Bahnstation das Titelstück seines ersten Albums „181st Song“ ein. Zu Beginn von „A Lily in May“ ist eine Kinderstimme aus dem Off zu hören und das sehr rhythmische „Shits of Attention“ wird von dezenter Perkussion begleitet.

In dem Stück gehe es darum, gute Nachrichten einfach als solche stehen zu lassen. Das Stück wurde für eine amerikanische Fernsehserie ausgewählt, eine Nachricht, die ihn sehr gefreut habe, erzählt Wahlsteen. Wie sich später herausstellte, habe diese Serie aber niemand gesehen.

Konzentriert, eindringlich und sehr virtuos ist sein Spiel. Das funkige „The Urge to Gossip“ beendet mit eingespielten Bläsersätzen das regulären Set. Mit dem ruhigen „Efaristo“ bedankt sich Wahlsteen bei einem völlig euphorisierten Publikum.

Von Jörg Linnhoff

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