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Johann Strauß Orchester gastiert in der Stadthalle

Walzer, Märsche und rasend schnelle Polkas Johann Strauß Orchester gastiert in der Stadthalle

Ganz leise klatschen die 650 Zuhörer, und dann, auf ein Zeichen des Dirigenten Martin Kerschbaum, mit aller Kraft. Mit dem Radetzky-Marsch von Johann Strauß Vater als dritter Zugabe krönen die Johann Strauß Orchester ihr Konzert in der Göttinger Stadthalle. Das Publikum ist begeistert.

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Dramatisch an- und abschwellende Töne entlocken die kerzengrade auf ihren Stühlen sitzenden Geigerinnen und Geiger den Instrumenten beim Walzer „Sphärenklänge“ von Josef Strauß.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Ein abwechslungsreiches, verführerisch-süßes Programm hat Kerschbaum zusammengestellt. Zehn Tage lang ist das 32-köpfige Ensemble, das mit dem International New Symphony Orchester Lemberg zusammenarbeitet, diesmal unterwegs. Zwischen Hamm und Meran, Wuppertal und Lausanne präsentiert es temperamentvoll und technisch gekonnt Stücke aus dem umfangreichen Werk jener Dynastie, die der kinderereiche Walzerkönig Johann Strauß im 19. Jahrhundert begründete.

Strauß hat den Wiener Walzer, der zur Zeit des Wiener Kongresses aufgekommen war, zum Inbegriff österreichischer Kultur gemacht. Was bis dahin kleine Musikergruppen gespielt hatten, komponierte er für das Orchester. Auf Tourneen machte er seine Walzer in Europa populär. Die Strauß-Söhne Johann, Joseph und Eduard führten das Unternehmen des früh gestorbenen Vaters weiter.

In Göttingen erklingen rasend schnell werdene Kompositionen von Eduard Strauß, „dem schönen Edi“, wie ihn der Wiener Dirigent einführt: etwa die Polka „Mit Extrapost“ oder die Helenen-Quadrille. In „Diana“, einer Polka francaise, lässt Josef Strauß die Bläser Jagdhorn-Akzente setzen. Für Lacher sorgen die laut seufzenden Musiker mit dem „Seufzer-Galopp“. „Tik Tak“ singt das Orchester während der gleichnamigen Polka von Johann Strauß Sohn.

Dramatisch an- und abschwellende Töne entlocken die kerzengrade auf ihren Stühlen sitzenden Geigerinnen und Geiger den Instrumenten beim Walzer „Sphärenklänge“. Zwei Ouverturen aus den Operetten „Blindekuh“ und „Prinz Methusalem“ von Johann Strauß Sohn trägt das Orchester vor. Mit solchen Produktionen hatte der Komponist von den 1870er-Jahren an die französische Operette dem Geschmack der kaiserlich-königlichen Monarchie angepasst.

Die Musiker, die sich vor 20 Jahren zusammengefunden haben, spielen konzentriert und präzise. Die tiefen Kesselpauken und der helle Klang der Triangel sorgen für Akzente. Das Orchester bietet Unterhaltung auf höchsten Niveau. Das Publikum dankt es mit langem Applaus.

 

Von Michael Caspar

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