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„John Jorgenson Electric Band“ zu Gast im Liveclub Nörgelbuff

Große Gitarristen „John Jorgenson Electric Band“ zu Gast im Liveclub Nörgelbuff

„Gitarren-Fans haben die einzigartige Möglichkeit, den Gitarren-Virtuosen John Jorgenson live an der E-Gitarre zu erleben“. So lautete die Ankündigung im Nörgelbuff-Flyer. Nur rund 30 Zuschauer nutzten jetzt die Gelegenheit, aber die sollten es nicht bereuen. Nach Albert Lee war Jorgenson der zweite hochdekorierte Gitarrist, der innerhalb kurzer Zeit ein Gastspiel im Nörgelbuff gab.

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Die „John Jorgenson Electric Band“ hat im Göttinger Nörgelbuff ein Konzert gegeben.

Quelle: Archiv

Göttingen. Mit Alan Thompson am Bass, Cesare Valbusa an den Drums und Franz Bazzani an den Keyboards scharte er ein international renommiertes Ensemble um sich. Thompson spielte unter anderem mit John Martyn oder Jeff Beck, Bazzani begleitete Albert Lee und Tommy Emmanuel.

 
Mit „Run“ startete der Abend, und sofort lotete Jorgenson alle Facetten feinsten E-Gitarrenspiels aus. Er interpretierte den wunderbar entspannten Song „Wandering Boy“ seines Freundes Rodney Crowell. Dabei spielte Jorgenson mit seiner Fender-Gitarre indem er bisweilen die Saiten nur leicht mit den Fingerspitzen antippt. Mit den Hellacasters hat Jorgenson Anfang der 90er-Jahre eine Band gegründet, die eigentlich nur eine Spaßaktion für eine Show sein sollte. Heraus kamen drei Alben und etliche Auszeichnungen.

 
Viel an Klängen entlockte Jorgenson im Laufe des Abends seinen drei Gitarren. Mit „Sweet Little Lisa“ spielte er puren Rock’n’Roll, um dann die Verstärkung herauszunehmen und die Saiten nur akustisch anzuspielen. Jorgenson beherrscht die leisen Töne wie auch die ekstatischen Momente, ohne das Songgerüst in der reinen Improvisation zu verlieren.

 
Bei einer großen Flut in Nashville standen seine und die Instrumente anderer Musiker wie Peter Frampton oder Steve Earl länger als eine Woche im Wasser. Mit „Gifts From The Flood“ nahm er danach ein Album auf, auf dem er jedes Stück nach einer der geretteten Gitarren benannte. Diese „Instrumentals“ streute er im Laufe des Abends immer wieder ein. Dem gerade verstorbenen B.B. King widmete Jorgenson standesgemäß einen Blues.

 
Glanzlicht war eine Interpretation von dem Beatles-Album „Revolver“. In „Love You To“ entlockt er seiner Gitarre sitarähnliche Klänge zu vertrackten Rhythmen von Valbusa. Um Mitternacht schickte Jorgenson das begeisterte Publikum mit einem Schlaflied, das übergeht in eine furiose Interpretation von Mancinis „Peter Gunn Theme“, in den neuen Tag.

Von Jörg Linnhoff

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