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Unterwegs in die vierte Dimension

John McLaughlin im Kulturzelt Kassel Unterwegs in die vierte Dimension

Im bestens besuchten Kulturzelt an der Drahtbrücke in Kassels Fuldaaue hat am Freitagabend, 29. Juli, Gitarrist John McLaughlin mit seiner Band „The 4th Dimension“ für brodelnde Stimmung gesorgt. Groovender Bass, fantasievolle Rhythmen, dazwischen sphärische Gitarrenklänge – das Quartett weiß, was es kann.

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Hier beim Montreux Jazz Festival, nun im Kulturzelt Kassel: John McLaughlin.

Quelle: dpa

Kassel. Wer mit John McLaughlin spielt, muss etwas können. Und so ist es auch an diesem Abend. Etienne M´Bappés Bassläufe versetzen sofort in Groove-Stimmung, mit Gary Husband am Keyboard vibriert die Luft, und Ranjit Barot am Schlagzeug erweitert sein ohnehin äußerst abwechslungsreiches Spiel um seine Stimme als Rhythmusinstrument. 

"Schlagzeuger" ist McLaughlins deutsches Lieblingswort

Überhaupt das Schlagzeug. „Schlagzeuger“ ist ganz offensichtlich John McLaughlins deutsches Lieblingswort. So wie er es ausspricht, klingt es wie der Vorgeschmack auf nicht weniger als ein Trommelgewitter. Das gibt es im Konzert von Ranjit Barot gleich mehrfach zu hören. Und weil ein Schlagzeuger manchmal einfach nicht genug ist, kommt dann auch mal unterstützend Gary Husband von seinem Stamminstrument herüber und klappert und trommelt zusammen mit Barot.

Zusammen mit McLaughlin an der E-Gitarre haben sich an diesem Abend die vier Musiker in Fusionjazz par exellence ausgetobt. Für die rockigen Aspekte der Stücke sorgte vor allem McLaughlin selbst, dessen Gitarren-Riffs jeder Hard Rock-Band gut anstünden. Ausgiebige Improvisationen und Soli gehören bei McLaughlin und „The 4th Dimension“ zum Konzept. Hier brillieren die vier in ihrem jeweiligen musikalischen Handwerk. Trotzdem zieht es sich manchmal doch arg lang, bis die musikalischen Einzelfäden, die sich dann tatsächlich in eine andere Dimension geschwungen zu haben scheinen, wieder eingefangen sind. 

Eigener Wert durch neue Interpretenpersönlichkeiten

Berührend gelingt McLaughlin und Band „El Hombre que Sabià“, ein Stück, das er eigentlich mit Paco de Lucia hatte aufnehmen wollen, bevor dieser starb. Das Neuarrangement lässt erahnen, was den beiden Künstlern vorgeschwebt hatte, gewinnt mit den neuen Interpretenpersönlichkeiten aber einen eigenen Wert.

Von Isabel Trzeciok

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