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Jonas Bylund and his Trombone Circus in Göttingen

Zwölf Posaunen Jonas Bylund and his Trombone Circus in Göttingen

Der Schwede Jonas Bylund arbeitet schon seit mehr als 20 Jahren als Professor an der Musikhochschule Hannover. Sein Fachgebiet: die Posaune. Am Sonnabend war Bylund mit seiner Posaunenklasse zum Abschluss der diesjährigen Reihe „Kultur im Kreis“ zu Gast in der Kirche in Reinhausen.

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Der Schwede Jonas Bylund arbeitet schon seit mehr als 20 Jahren als Professor an der Musikhochschule Hannover. Sein Fachgebiet: die Posaune. Am Sonnabend war Bylund mit seiner Posaunenklasse zum Abschluss der diesjährigen Reihe „Kultur im Kreis“ zu Gast in der Kirche in Reinhausen.

Quelle: Heller

Reinhausen. . Hildegard von Bingen stand am Anfang des Konzertes, aber auch am Ende. Die Posaunisten verteilten sich im Raum und improvisierten über den Hymnus „O Ecclesia“ von Hildegard von Bingen (1098 bis 1179) – „vertonte Gebete“, wie Bylund erklärte. Sehr kenntnisreich und sympathisch gab er zwischen den Werken Erläuterungen über die Herkunft der Stücke – und natürlich auch über seine Klasse.

Mit zwölf Posaunisten war Bylund angereist, „aus ganz Europa und Australien stammen sie“, sagte der Lehrer. In wechselnder Besetzung präsentierte der „Trombone Cirkus“, wie Bylunds Klasse auch genannt wird, Musik aus dem Mittelalter über Renaissance und Barock bis hin zu Chopin und Gordon Jacob, der im 20. Jahrhundert komponierte. Dazwischen eingestreut: schwedischen Volkslieder. Viele der Werke des Abends wurden erst im Nachhinein  für reines Posaunen-Ensembles neu arrangiert. Möglich ist dies, weil die Posaunisten alle Stimmlagen von Alt bis Bass abdeckten.

Ein wenig ungleichgewichtig sei der Abend aufgebaut, sagte Bylund schmunzelnd. Denn fast alle langsamen Stücke seien in der ersten Hälfte des Abends versammelt. Für die zweite Hälfte versprach er mehr musikalische Dynamik. Die kam dann auch, besonders beeindrucken bei sechs Sätzen einer Tanzmusik aus Antwerpen. Er nenne sie der Einfachheit halber Dancerei, sagte Bylund. Hier bevölkerte das ganze Dutzend Posaunisten den Kirchenraum und bereitete mit mächtigen Basssätzen großes Hörvergnügen.

Sehr britisch, sehr flott, sehr dynamisch präsentierten die Instrumentalisten das Trombone Octet, das bisweilen an britische Filmmusik erinnert.

Zweimal sei seine Klasse bereits zur besten Posaunenklasse der Welt gewählt worden, erzählte Bylund – allerdings nicht in dieser Besetzung. Studenten kommen und gehen. „Sollten sie finden, dass die Musiker gut gespielt haben, so hat das nicht mit mir zu tun“, so Bylund gegen Ende des beeindruckenden Abends. Denn neun der zwölf Posaunisten sind gerade erst dazu gekommen. Wo bitte soll das denn noch hinführen? Das Publikum applaudierte schließlich begeistert im Stehen.

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