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Jubiläum des Göttinger Tageblattes und des Deutschen Theaters

„Welterklärer – seit 125 Jahren“ Jubiläum des Göttinger Tageblattes und des Deutschen Theaters

Wir schreiben das Datum 6. August 1889. Die erste Ausgabe des Göttinger Tageblattes (GT) erscheint. Über die Notwendigkeit einer Zeitung in einer Stadt wie Göttingen schreibt der Autor auf der ersten Seite. Unbedeutendere Städte besitzen längst eine, steht dort zu lesen.

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Kurz vor der Start: das Große Haus des Deutschen Theater füllt sich, schließlich war der Saal voll besetzt.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Vorgetragen hat dies am Donnerstagabend Moritz Schulze, Schauspieler am Deutschen Theater (DT).

„Welterklärer – seit 125 Jahren“ lautete der Titel eines Abends in dem Haus am Wall, an dem zwei Institutionen einen Staffelstab tauschten. Mit dieser Veranstaltung endete das 125-jährige Jubiläum für das GT, für das DT beginnt es. Das Theater wurde am 26. September 1890 eröffnet.

DT-Chefdramaturg Matthias Heid hatte eine Reise durch die Geschichte beider Häuser zusammengestellt. Von Berichten über die Ankunft des Kaisers in Berlin und täglichen Spaziergängen der Kaiserin im Kasseler Schlosspark bis hin zu Wiederaufbau, Studentenprotesten und Wiedervereinigung zog sich der Zeitstrahl, dokumentiert im Göttinger Tageblatt. Dabei hatte Heid auch die unrühmlichen Jahre der Naziherrschaft nicht ausgespart.

Mit musikalischen Beiträgen unterlegt

Natürlich hatte das GT ausführlich über die Festveranstaltung zur Eröffnung des Theaters berichtet, auch über die Kosten, Verteuerungen und Probleme beim Bau. 1950 dann die Krise. Dem künstlerischen Personal wurde wegen Geldmangels gekündigt. Den Theateraufschwung machte das DT am Engagement von Heinz Hilpert fest, der in diesem Jahr Intendant des DT wurde und das Haus zu einem der führenden Theater in der Bundesrepublik machte.

Aufgelockert wurde die Zeitungslektüre von musikalischen Beiträgen aus der aktuellen Produktion „Tom Sawyer und Huckleberry Finn“ – und Auszügen aus Fortsetzungsromanen aus dem Tageblatt, vorgetragen von Felicitas Madl. Gleich der erste Beitrag viel einer sehr sympathischen Lachattacke der Schauspielerin zum Opfer.

Ihr Kollege Florian Eppinger gab zwischendrin immer wieder einen sehr abgeklärt Schriftsteller und Journalisten Kurt Tucholsky, der, am Schreibtisch sitzend, aus seine Texten las.

„Wir sollten Welterklärer sein“

„Wir sollten Welterklärer sein“, sagte Tageblatt-Chefredakteur Uwe Graells in einem Sofa-Gespräch auf der Bühne und fügte an: „Das gelingt uns nicht immer.“ Und er schilderte den publizistischen Spagat, den die Redakteure einer Heimatzeitung zu bewältigen hätten. Magazin-Ressortchefin Angela Brünjes beispielsweise war unmittelbar vor dem Theaterabend von der Nobelpreisverleihung aus Stockholm zurückgekommen.

„Sie kommt von der ganz großen Bühne“ und müsse vielleicht am nächsten Tag wieder zu einem Routinetermin.“

Als Welterklärer sieht sich DT-Intendant Erich Sidler nicht unbedingt. Theater lebe von der Fiktion. Es müsse überhöhen und subjektiv bleiben. Graells erklärte, dass „zwei Kulturseiten täglich für eine Unistadt unglaublich wichtig“ seien und Sidler wünschte sich eine „unabhängige, aufrichtige und mutige Presse“.

Gegen Ende dann waren sich Sidler wie auch Graells einig: „Wenn Arbeit gut sein soll, kostet sie Geld“.  Das wurde an diesem Abend auch eingenommen – und gleich weitergereicht. Der Erlös von 4400 Euro geht an die Aktion „Klassenkasse“, mit der Kindern und Jugendlichen Theaterbesuche finanziert werden, die es sich sonst nicht leisten könnten.

Das Extrablatt

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Von Redakteur Peter Krüger-Lenz

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