Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Zwitschernde Donauschwalben

K&K Symphoniker gastieren mit in der Göttinger Stadthalle Zwitschernde Donauschwalben

Walzer, Polkas und Operetten, aber auch Romantisches und Sinfonisches haben die Lemberger K&K Symphoniker am Freitagabend in der Göttinger Stadthalle gespielt. Ihr Wiener Johann Strauß Galakonzert unter Leitung des mitreißend-dynamischen Dirigenten Georg Kugi begeisterte 500 Zuhörer.

Voriger Artikel
Ungeschönt, punkig, humorvoll Kaiserring Goslar
Nächster Artikel
Pentzlin und Norris im Göttinger Alten Rathaus
Quelle: NR

Göttingen. Er wiegte sich lächelnd zur Musik, ließ seine Hände fließend durch die Luft gleiten, gab zackig Einsätze. Geführt durch Kugis ausdrucksstarke Gestik spielten die ukrainischen, überwiegend sehr jungen Musiker präzise und mit frischem Charme schöne Melodien der Strauß-Dynastie. Die Jubel-Quadrille von Johann Strauß Vater, dem Gründer des musikalischen Familienunternehmens, gab es zum Auftakt. Zu Straußens elegischem Walzer Loreley-Rhein-Klänge erschallten helle Glöckchen. 

Sanft und mit viel Gefühl spielte Cellist Maksym Rymar die Solopartien in Johann Strauß Sohns sehnsuchtsvoller Romanze Nr. 2 für Violoncello und Orchester. Strauß Sohn, der den Konzertbetrieb des früh gestorbenen Vaters fortführte, tourte durch die USA und gastierte am Hofe des Zaren. Dort ließ er sich zum Tongedicht „Im russischen Dorfe“ inspirieren.

„Strauß Sohn, der aufgrund der großen Nachfrage wie am Fließband komponierte, begann auf Empfehlung von Jacques Offenbach Operetten zu schaffen“, erzählte der Österreicher Kugi. Stücke, etwa aus „Die Fledermaus“, erklangen in der Stadthalle. Flötistin Zoia Khodan überzeugte mit einem furios-flinken Querflötensolo. Von Johann Stauß III gab es die Polka Schlau-Schlau zu hören. Die Symphoniker interpretierten eine Sinfonische Dichtung von Johann Strauß Sohn: Traumbild II. 

Bei den „Dorfschwalben aus Östereich“ ließ das Orchester Vögel zwitschern. Ein Bruder von Johann Strauß Sohn, der Techniker Joseph Strauß, hat den Walzer geschaffen. Kugi: „Ein kreativer Kopf, der ungewöhnliche Stücke schuf.“ 

Zum Abschluss gab es dann wieder eine Quadrille, wie sie beim Wiener Opernball um Mitternacht gespielt wird: Orpheus. Die Melodie des dramatisch anschwellenden Stücks hatte sich Johann Strauß Sohn bei Offenbachs gleichnamiger Operette entlehnt. 

Das begeisterte Publikum erklatschte sich drei Zugaben. Beim Radetzky-Marsch ließ Dirigent Kugi das Publikum mal leise, mal laut mitklatschen. Die Übereifrigen brachte er charmant zum Schweigen. Das 34-köpfige Orchester tourt im Januar noch durch die Schweiz, Italien und Frankreich.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier bloggen wir zu den Göttinger Händel-Festspielen 2017 – berichten von Vorbereitungen, besuchen Opernproben und werfen einen Blick hinter die Kulissen. mehr

NDR2-Soundcheck: Statements von der Open City Stage am Sonntag