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KWP-Festival in Göttingen mit Max Mutzke und Ray Wilson

3000 Besucher im Wald KWP-Festival in Göttingen mit Max Mutzke und Ray Wilson

Zwei herrliche Musikabende im Göttinger Stadtwald hat das Open Air im Kaiser-Wilhelm-Park (KWP) gebracht. Vier Bands am Freitag und drei am Sonnabend sorgten ebenso wie das allerbeste Wetter für große Zufriedenheit bei den 3000 Besuchern des Festivals. 

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Im Wald kommt allerbeste Stimmung: Beim Auftritt von Ray Wilson am Sonnabend ist das Publikum hingerissen. 1500 Besucher sind begeistert von dem Genesis-Programm.

Quelle: Heller

„Es werden immer mehr Leute hier“, freut sich Sänger Torben Lehning von „Academic Failure“. Die Terrassen des KWP füllen sich am Sonnabend und die junge Band kommt mit ihrem Alternative-Rock gut an.  Als Gewinner von „Rock am Kaufpark 2013“ ist „Academic Failure“ Opener am zweiten Festivalabend und zeigt, dass sie das Spiel vor großem Publikum gut im Griff hat. 

Für Waldesruh sorgt „Revierförster“ Wilhelm Kaiser alias Christoph Huber: „Wir erwarten eine super Göttinger Kombination. Die beiden sind die, die bis jetzt im Kaiser-Wilhelm-Park am meisten gesungen haben“, sagt der moderierende Förster. Rainer Schacht singt normalerweise bei „Die Feisten“. Doch für den Göttinger Kultursommer hat er sich mit Christiane Eiben von „Seven Up“ zusammengetan, um mit Unterstützung durch eine vierköpfige Band „Lieblingsliebeslieder“ zu singen.

Auch wenn Schacht singen kann, ist Eibens Stimme klar die ausgebildetere. Doch was ihm an Soul und Variabilität der Stimme zu fehlen scheint, macht der Sänger durch sein Auftreten und die richtige Wahl der Lieder wett. Singt Eiben eher die unbekannteren Stücke, stimmt er Hits wie „Your Body Is A Wonderland“ von John Mayer an, die das Publikum mitsingen kann. Nach Cat Stevens „Wild World“ erhält er den meisten Applaus.

Den Abschluss des Festivals bildet ein internationaler Künstler. Zusammen mit Musikern des Berlin Symphony Ensembles steht Ray Wilson auf der Bühne. Nach Phil Collins‘ vorläufigen Abschied als Lead-Sänger bei der Gruppe „Genesis“ wurde Wilson für ein Album und die nachfolgende Tournee engagiert. Im Kaiser-Wilhelm-Park bietet der schottische Sänger vor allem die Hits der legendären Band, aber auch eigene Stücke. Wenngleich nicht alles so gespielt wird, wie es noch heute von Genesis im Radio zu hören ist, werden die Fans nicht enttäuscht.

Die teilweise neu interpretierten Lieder wurden nicht großartig verändert und sind nahe an den Originalen. „Follow Me, Follow You”, „Land Of Confusion” und „Not About Us” überzeugen in Gänze. Ebenso „Invisible Touch” oder „That’s All”. Wilson muss die Zuhörer nicht lange bitten, denn viele steigen sofort ein und singen mit. Der Sound der Formation ist der Beste des gesamten Abends.

Wilson singt nicht nur ausgesprochen gut, sondern findet auch den Draht zum Publikum. Das warnt er vor stechenden Insekten und plaudert über die außergewöhnliche Location. Die KWP-Bühne war bestens ausgestattet, das Areal stimmungsvoll wie immer an einem lauen Sommerabend. Ein gelungener Abschluss für den zweiten KWP- Abend mit toller Musik.

Mehr als 3000 Besucher waren beim KWP-Festival in Göttingen, wo unter anderem Max Mutzke, Maybebop und Ray Wilson aufgetreten sind. ©Pförtner/Heller

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Programm am Freitag

Die Band „Magnus“  eröffnete mit ihrer gelungenen Instrumentierung das Waldfestival am Freitag. Leon Hast (Gesang, akustische und elektrische Gitarre), Nicholas Dahms (Schlagzeug) und Jonas Beckmann  (Cello) belegten dieses Jahr den dritten Platz beim Bandcontest „Local Heroes Göttingen“. Die junge Band balanciert zwischen progressiver Musik und Popmusik.

Schon wesentlich bekannter und immer wieder gern in Göttingen gesehen ist das Vokalensemble „Maybebop“. Sebastian Schröder, Oliver Gies, Lukas Teske und Jan Bürger stehen das erste Mal auf dieser Bühne und freuen sich über die „sagenhafte Kulisse“. Die vier „singen jetzt mit Farbe“, sind also je nach ihrer Stimmlage passend bunt gekleidet. Wenn man sie so sieht, könnten sie auch Clowns sein. Das trifft ebenso auf den Humor der vier „Bühnentypen“ zu. Sie intonieren nicht nur mit großem Können ausgefeilte Arrangements, sondern können mit ihren witzigen Texten und kleinen Szenen zwischen den Liedern das Publikum für sich gewinnen.

Viel Spaß ist mit diesen Stimmexperten garantiert. Im Nu dichten sie zum Beispiel einen Song zu Begriffen, die ihnen die Zuschauer zurufen. Das ist bei den Wörtern „Fusselbürste, Feuchtpapier, Hannover `96 und Meerschweinchen“ gar nicht so leicht. Auch Stücke aus ihrem neuen Programm „Weniger sind mehr“ stellen die Musiker vor. Das gilt nicht nur für graue Haare oder Akten auf dem Schreibtisch, wie es in dem Titelsong heißt, sondern gleichermaßen für ihre Singstimmen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie voll und variabel der Klang aus nur vier Kehlen sein kann.

Kaum überheblich springt im Anschluss Max Mutzke auf die Bühne: „Ich weiß, dass viele Leute heute Abend wegen mir hier sind“, tönt er ins Mikrofon. Dennoch: Wo er recht hat, hat er recht. Außerdem kann sich der „German soul brother number one“, wie seine Bandkollegen von „Monopunk“ ihn nennen, wirklich hören lassen. Alles über Funk, Soul, Blues, Rock, Pop und Jazz präsentiert dieser junge Künstler und zeichnet so mit seiner unvergleichlichen Stimme seinen musikalischen Werdegang nach. „Monopunk wird zur Jukebox“ und der beste Song wird nicht erst für den Schluss aufgehoben.

Mit dem von Stefan Raab geschriebenen Song „Can’t wait until tonight“ schaffte es Mutzke einst auf Platz eins der deutschen Charts. Und nachdem er Deutschland beim Eurovision Song Contest 2004 vertrat, startete er so erfolgreich durch, dass er inzwischen sein fünftes Album präsentiert. An diesem Abend bietet er ein buntes Potpourri: „Me and Mrs Jones“, „Schwarz auf Weiß“ und „Sommerregen“ sind nur einige der Titel, die er zum Besten gibt. Die jazzigen Improvisationen der Band – am Keyboard sitzt der Australier Simon Grey von Jamiroquai – begeistern dabei ebenso wie Mutzkes Gesangsmix aus Stärke und souliger Leidenschaft.

Der groovende Abschluss kommt von „What The Funk“. 2012 Gewinner des niedersächsischen „Local Heroes“-Finale und dann deutschlandweit sogar auf Platz zwei. Mit Trompete, Posaune, Gitarre, Bass und Schlagzeug sorgten die temperamentvollen Instrumentalisten nochmal für Party-Feeling und ihre Drum-Rhythmen heizten bis Mitternacht ein.

Von Friedrich Schmidt und Sarah Lodder

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