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„Tagebuch des Ehemannes von Frau Merkel“

Bernd Gieseking im Interview „Tagebuch des Ehemannes von Frau Merkel“

Er war der erste: 1994 hat Bernd Gieseking seinen kabarettistischen Jahresrückblick auf die Bühne gebracht. Früh präsentierte er das Programm auch im Göttinger Apex. Auch in diesem Jahr hat er wieder an zwei Abenden auf die vergangenen Monate zurückgeblickt - und sich einigen Fragen gestellt.

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Meister des satirischen Jahresrückblicks: der Kabarettist Bernd Gieseking.

Quelle: Hinzmann

Herr Gieseking, welches waren aus ihrer Sicht die drei satirisch bedeutendsten Ereignisse in diesem Jahr?

Man kommt ja gar nicht dran vorbei, an Trump, man kommt nicht vorbei an der AFD. Das sind die großen Brecher. Und dann beginnt eigentlich schon die Kür.

Kür klingt gut. Was bedeutet das?

Ich habe in meinem Jahresrückblick Rubriken. Die sind für mich dann die Nummer drei. Eine Rubrik ist beispielsweise das Tagebuch des Ehemannes von Frau Merkel, an das ich auf eigentümliche Weise geraten bin. Eine andere Rubrik ist ein Gespräch in meiner Stammkneipe, der Fisch-Lounge, wo ich mit dem Wirt Herbert und dem Dichter Karl über das Leben philosophiere. In diesem Dreiergespräch bin ich immer der Dussel.

Sie präsentieren ihren Jahresrückblick an zwei Tagen hintereinander im Apex. Könnte es passieren, dass dazwischen eine Änderung im Programm gibt?

Also wenn in der Welt etwas passiert, wird das abends auf die Bühne gebracht. Ich habe zum Beispiel heute noch gar nicht die Nachrichtenlage angeschaut. Dann sitze ich aber abends hinter der Bühne, da liegt die Zeitung. Und dann kann es sein, dass ich etwas entdecke und gleich ein paar Notizen mache.

Rückblick

Den Bericht zu Bernd Giesekings Auftritt im Göttinger Apex finden Sie hier.

Gibt es Kabarettisten-Glück und wenn ja: Was ist das?

Ein großes Glück ist es, wenn man etwas findet, dass alle anderen nicht entdeckt haben. Zum Beispiel nach der ersten Rede von Trump haben sie einen Frauenchor eingespielt, der gesungen hat „You can´t always get what you want“. Diese Einspielung hat niemand in der Kommentaren erwähnt. Da war ich sehr erstaunt.

Entsteht Ihr Jahresrückblick Tag für Tag oder setzen Sie irgendwann hin und schreiben ihn?

Es ist tatsächlich beides. Es gibt die tägliche Notiz, wenn ich die Zeitung lese. Aber manchmal ärgere ich mich, dass ich das nicht gleich übertrage. Das führt dazu, dass ich am Ende des Jahres diese Zeitungsstapel habe. Schwerpunktmäßig arbeite ich dann ab 1. Oktober bis zur Premiere Ende November an dem Jahresrückblick.

Ist es Ihnen in diesem Jahr schwer gefallen?

Gerade dieses Jahr war schwer zu fassen, fand ich. Ab August ist ständig irgendwas Neues passiert.

Mal was ganz anderes: Was haben Sie gegen warme Sonne?

Ich habe nichts gegen Wärme, aber das Kühle ist mir lieber. Ich habe gefährdete Gebiete auf dem Schädel. Ich fahre mehr oder weniger regelmäßig nach La Gomera, ich war auch in Vietnam und in Bali.

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