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Carsten Höfer zu Gast im Göttinger Apex

Gentleman und Eheberater Carsten Höfer zu Gast im Göttinger Apex

Zwei ausverkaufte Vorstellungen an zwei Abenden im Göttinger Apex: Kabarettist Carsten Höfer hat am Freitag sein neues Programm „Ehe-Män. Superhelden für den Hausgebrauch“ vorgestellt und so manchen Tipp für den ehelichen Alltag gegeben.

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Selbsternannter Gentleman-Kabarettist: Carsten Höfer berät in Beziehungsfragen.      

Quelle: Pförtner

Göttingen. Die Fallen sind überall versteckt. Wenn der Mann im ehelichen Beziehungskosmos nicht aufpasst, landet er schneller im Fettnapf oder gar im Aus, als ihm lieb ist. Aber Hilfe naht: Carsten Höfer kennt sich aus mit dem Thema Beziehung zwischen Mann und Frau.

„Der Herr der Ringe“ –  ein Fantasyfilm? Mitnichten. Denn gleich in der ersten Szene des Films sagt eine Frauenstimme aus dem Nirgendwo: „Ein Ring ihn zu knechten, ins Dunkel zu treiben …“ Für Höfer ein klarer Fall, und für das Publikum ein Riesen-Lacher: „Es geht nicht um Orks, Elfen, Hobbits. Es geht um eine Gruppe von Männern, die versucht, dieses Ding loszuwerden.“

Intern gescheitert

Der Münsteraner belegt das auch mit Zahlen. 50 Prozent der Ehen würden geschieden, 30 Prozent gelten als „intern gescheitert“ auch wenn die Partner noch zusammenbleiben. „Nur 20 Prozent der verheirateten Paare haben eine Chance, glücklich zu werden“, sagt Höfer. Überhaupt finde laut einer internen Umfrage nur ein Prozent verheirateter Männer die Ehe „wunderbar und paradiesisch“. Aber, so Höfers Fazit: „Ein Prozent der verheirateten Männer nimmt auch illegale Drogen.“

Also: Um das Abenteuer der Ehe einzugehen, braucht „der Ehe-Män, laut Höfer der Superheld für den Hausgebrauch“, einiges an Super­eigenschaften wie etwa Mut. Und er muss sich je nach Alltagssituation anpassen, mal als Beste-Freundin-Män, als Bummelbegleitungs-Män oder Pay-Män. Der kluge Mann ist wandlungsfähig. Ob Kommunikation zwischen ihm, der „so vor sich hin wohnt“, und ihr, die einen Sinn auf einer Sub-Ebene von Fragen sucht, wo absolut keiner ist oder kleine, banale konfliktträchtige Situationen.

Durchblick und Dynamik

Der Kabarettist, Comedian und Schauspieler erfindet mit dem Mann-Frau-Thema das Rad nicht neu. Aber er bereitet es – wie ein geschäftiger Seminarleiter mit viel Dynamik und Durchblick, dem Mikro in der Hand und ständig in Bewegung auf der Bühne – so unterhaltsam auf, dass das zumeist verheiratete Publikum ausgelassen den Abend über viel zu lachen bekommt. Mal gackern die Frauen mehr, mal amüsieren sich die Männer heftiger über die Pointen.

Die vielen zustimmenden Kommentare, Reaktionen und Seitenblicke im Saal zeigen, dass Höfer den Kern trifft. Der selbsternannte „GentlemanKabarettist“ führt niemanden vor, und er bleibt mit seinen Pointen ganz klar oberhalb der Gürtellinie. Höfer plädiert für mehr Humor und letztlich für mehr Respekt im Umgang miteinander.

Von Karola Hoffmann

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