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Kaffkas Erinnerungen an Göttingen

Interview mit "Phrasenmäher"-Musiker Kaffkas Erinnerungen an Göttingen

Im Herbst dieses Jahres endet die Bandgeschichte von „Phrasenmäher“ vorerst – nach 13 Jahren Bandgeschichte, einem Weltrekord-Lied und Hunderten Live-Auftritten. Am Mittwoch, 27. April, verabschiedet sich das Hamburger Deutschpop-Trio mit einem Akustik-Konzert in der Musa von seinen Göttinger Fans. 

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"Phrasenmäher": Jannis Kaffka (links) mit Martin Renner (Mitte) und seinem Bruder.

Quelle: pr

Göttingen. Vorab spricht der Phrasenmäher-Musiker Jannis Kaffka über die Zukunft, die Vergangenheit und Erinnerungen an Göttingen.

Warum hört ihr nach 13 Jahren Bandgeschichte auf – obwohl euch das ganze doch Spaß macht?

Da gibt es so viele Gründe, die kann man gar nicht alle aufzählen. Ich glaube, in diesen 13 Jahren liegt auch ein Stück weit die Antwort. Nach 13 Jahren haben alle von uns auch mal Lust darauf, was anderes auszuprobieren. Es ist sicherlich nicht der Grund, dass wir keine Lust mehr haben, die Lieder zu spielen oder dass wir keinen Spaß mehr daran haben. Aber ich glaube, eine Band besteht aus mehreren Leuten, und die wollen manchmal auch in verschiedene Richtungen weiter gehen. Das ist bei uns so der Fall. 

Was habt ihr in der Kreativpause vor? Könnt ihr euch auch vorstellen in Solo-Projekten weiterhin Musik zu machen?

Ich kann das jetzt hauptsächlich für mich selber sagen: Bei mir wird es so sein, dass ich auf jeden Fall weiter Musik machen werde – für das Theater, für Kurzfilme, die Musik mit anderen Künsten verbinden. Mein Bruder arbeitet bereits journalistisch, und momentan ist er gerade Autor für die NDR-Sendung „Mikado“. Und Martin wird sicherlich auch weiter Musik machen, hat allerdings auch immer gern pädagogisch gearbeitet und Workshops gegeben. Ich glaube, das wird er auch weiterhin tun. 

Wird es musikalisch in Zukunft noch einmal etwas von „Phrasenmäher“ zu hören geben?

Auf jeden Fall! Wir sind jetzt gerade im Studio gewesen und haben für die Serie „Ene Mene Bu“, einer Bastelserie für Kinder – die gerade den Grimme-Preis gewonnen hat – den Titelsong, den wir vor Jahren schon geschrieben haben, noch einmal neu eingespielt. Wir haben aber auch gerade für die neue Tour ein neues Lied gemacht. Wir können es also auch bis zum Schluss nicht lassen (lacht). Die Kreativität ist immer noch da.

Warum wolltet ihr unbedingt eine Akustik-Tour machen?

Ich glaube, das war ein großer Wunsch von uns. Wir haben vor fünf oder sechs Jahren mal zwei Konzerte in Hildesheim unplugged gespielt. Und das hat uns großen Spaß gemacht, weil uns da aufgefallen ist, dass die Texte, die uns ja sehr am Herzen liegen, noch einmal viel direkter beim Publikum ankommen. Das ist insgesamt eine viel intimere Atmosphäre, und uns macht das immer Spaß mit quasi reduziertem Instrumentarium und mit schrulligeren Instrumenten wie Ukulele das Ganze in einem kleineren Rahmen zu performen. Damit haben wir uns selbst zum Abschluss noch einmal einen Wunsch erfüllt.

Was glaubt ihr werdet ihr am meisten vermissen in eurer Kreativpause?

Ich glaube, natürlich das Live-Spielen. Wir sind eine Live-Band und wir spielen wahnsinnig gern vor Publikum. Wir mögen auch diesen Dialog mit dem Publikum, das Publikum wahr zu nehmen und diese Energie zu spüren. Das wird uns allen Dreien schon fehlen. 

Und andersherum: Worauf freut ihr euch am meisten?

Wir freuen uns, auch mal wieder Zeit zu haben für andere Projekte. Eine Band ist ja doch irgendwie ein ganzes Universum, das bewegt wird und was viel Zeit in Anspruch nimmt.

Ihr habt bereits öfter in Göttingen Konzerte gegeben.Welche Erinnerungen habt ihr an eure Konzerte hier?

Wir haben positive Erinnerungen: Zum Einen, weil wir vor allem durch das Kulturticket ein unheimlich cooles, junges Publikum haben – sehr durchmischt. Wir haben aber auch ältere Leute, aber es kommen eben auch viele im studentischen Alter, was uns natürlich immer total freut. Außerdem war die Stimmung auf den letzten Konzerten immer sehr gut, ausgelassen und sehr mitsingfreudig.

In eurem Projekt „Heimathiebe“ besingt ihr auf ironische Weise die Stadt Göttingen und singt von der Vielzahl an Studenten und dass Göttingen ein „heißes Pflaster“ sei.

Wie seid ihr auf den Text gekommen?

(lacht) Naja, wir waren natürlich in Göttingen auch mal so ein bisschen in den Kneipen unterwegs, nach dem Konzert. Wir haben uns bei dieser Hymne auch ein bisschen an „Ganz schön feist“ angelehnt, einer Band, die wir aus Göttingen noch gut in Erinnerung haben. „Ganz schön feist“ war eine Band, die wir als Jugendliche gern gehört haben, und da haben wir ein bisschen versucht, uns an der Art des Textes und der Musik zu orientieren.

Werdet ihr bei eurem Konzert in der Musa auch die Heimathymne singen?

Das ist noch nicht final geplant, ich glaube aber, wir werden sie eher nicht spielen, weil wir so viele Lieder haben – und ja jetzt auch noch ein ganz neues Lied. Wir haben das übliche Problem, dass wir zu viele Lieder haben und zu wenig Zeit (lacht). Ich will mich da nicht festlegen, aber tendenziell spielen wir sie wohl eher nicht, damit wir Platz haben für unsere Hits.

Was ist das Verrückteste, was euch auf einem Konzert bisher passiert ist?

(überlegt) Also, es ist nicht direkt verrückt, aber beeindruckend war, als wir einmal für den Verein „Laut gegen Nazis“ in Hamburg in der „Großen Freiheit“ gespielt haben. Da haben wir vor Bela B. gespielt und als wir dann zur Seite guckten, sahen wir, dass der die ganze Zeit neben dem Bühnenaufgang stand und grinste und uns zugehört hat. Das war natürlich nicht verrückt, aber für uns eine wahnsinnige Ehre, dass Bela B. so ein Interesse an dieser Band hatte und uns auch anschließend die Hand schüttelte und uns gratulierte. Das war für uns ein ganz besonderer Moment.

Ihr standet bereits mit den Fantastischen Vier auf der Bühne. Gibt es eine Band, mit der ihr nochmal gern auf Tour gehen oder auf einer Bühne stehen würdet?

Wir waren ja schon mit den Fantastischen Vier auf Tour, da hängt die Latte schon sehr hoch. Ich glaube, wir würden alle drei etwas Unterschiedliches sagen. Ich persönlich hätte natürlich tierische Lust einmal mit den „Ärzten“ auf Tour zu gehen, weil das die große Band meiner Jugend ist. Da könnte ich schwer Nein sagen. Die anderen würden vielleicht andere Bands nennen. Bei Martin könnte ich mir vorstellen, dass er gerne einmal mit Helge Schneider auf die Bühne gehen würde. 

Zum Schluss nochmal eine Frage nach dem neuen Lied, von dem du gesprochen hast: Entstand das extra für diese Tour? Kennt das noch niemand?

Das kennt kein Mensch bisher. Ich glaube, das kennt wirklich niemand außer uns Dreien. Das ist extra für die Tour entstanden.

Also noch einmal ein Highlight für die Abschlusstour.

Ja, auf jeden Fall, ein Highlight, selbst für die eingefleischten Phrasenmäher-Hörer.

Interview von Tomke Aljets

Die Tour:

„Wir wären dann so weit“ heißt die Tour, die das Deutschpop-Trio Phrasenmäher derzeit durch Deutschland führt, am Mittwoch, 27. April, auch in die Musa, Hagenweg 2a in Göttingen. Für das Konzert, das um 21 Uhr beginnt, verlosen wir dreimal zwei Eintrittskarten und drei Exemplare der jüngsten „Phrasenmäher“-CD. Beantwortet werden muss dafür folgende Frage: Neben Jannis spielt ein weiterer Kaffka in der Band, sein Bruder.

Wie lautet dessen Vorname? Antworten können am Freitag, 8. April, von 18 bis 22 Uhr unter Telefon 01 37 / 8 60 02 73 gegeben werden (0,50 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz, Preise aus dem Mobilfunknetz können abweichen). Bitte deutlich Namen, Anschrift, Telefonnummer und die Lösung auf Band sprechen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden von uns benachrichtigt. Tickets für das Konzert gibt es in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Weender Straße 44 in Göttingen und Marktstraße 9 in Ruderstadt.  per

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