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Kammerchor St. Petri singt Weihnachtsoratorium

Weende Kammerchor St. Petri singt Weihnachtsoratorium

Voll besetzt war die Klosterkirche, als am ersten Weihnachtsfeiertag dort der Kammerchor St. Petri Weende und das Göttinger Barockorchester die ersten drei Kantaten von Bachs Weihnachtsoratorium aufführten. Das Besondere: die kammermusikalisch schlanke Besetzung.

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Quelle: Wenzel

Nikolausberg. Jeweils zu viert waren Sopran, Tenor und Bass im Chor vertreten, lediglich der Alt hatte mit sechs Stimmen ein breiteres Fundament. Auch das Orchester bot einen ungewohnten Anblick, denn sie Streicher waren durchweg solistisch besetzt. Das mag für Hörer, die sich sonst an machtvollen Klängen berauschen, gewöhnungsbedürftig gewesen sein. Doch entspricht dies fast genau den Gepflogenheiten der Bach-Zeit.

 

Mit dieser Besetzung hatte sich Dirigent Antonius Adamske eine Garantie für Transparenz und Beweglichkeit im Klangbild eingehandelt. So besaß gleich der jubelnde Eingangschor „Jauchzet, frohlocket“ eine bemerkenswerte, beinahe tänzerische Leichtigkeit. Die strahlenden Klänge der hochprofessionellen Trompeter konnten sich locker entfalten.

 

Dass der Chor mit besonders großem Engagement sang, versteht sich angesichts dieser Voraussetzungen von selbst. Hier und da mussten sich die Soprane etwas anstrengen, um sich stimmlich durchzusetzen, doch das beeinträchtigte die Wirkung kaum. Dass die Männerstimmen in diesem Umfeld deutlich stärker hervortreten als sonst, ist ein begrüßenswerter Nebeneffekt.

 

Ein auffallend junges Solistenensemble hatte Adamske engagiert (schade, dass sie ebenso wie der Dirigent im Programmheft überhaupt nicht erwähnt waren): Johanna Neß mit ihrem hellen, leuchtenden, sehr beweglichen Sopran, dazu Johanna Krödel mit ihrem stets gut geführten, klangschönen Alt. Georg Drake bestach in der Tenorpartie mit seiner ungewöhnlich höhenfreudigen, wunderbar schlanken und beweglichen, dennoch stets durchsetzungskräftigen Stimme. Und auch der junge Bassist Luciano Lodi verfügt bereits über ein sehr eindrucksvolles Stimmmaterial. Bei ihm gibt es nur hier und da noch kleine Defizite in der Sicherheit in der Führung zu verzeichnen.

 

Dass im sehr frisch und lebendig musizierenden Orchester die Oboen stellenweise etwas Schwierigkeiten mit der Intonation hatten, fiel kaum ins Gewicht. Wenigstens zwei der Solostimmen seien erwähnt: die wunderschön weich timbrierte Traversflöte (Britta Hauenschild) und die virtuose Solovioline (Henning Vater). Dementsprechend groß war am Ende die Begeisterung.

 

Die Kantaten vier bis sechs des Weihnachtsoratoriums singt am Montag, 28. Dezember, um 17 Uhr in der Klosterkirche Nikolausberg der Holland Konzert-Chor unter Paul Falk.

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Von Redakteur Michael Schäfer

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