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Kammerkonzert mit dem New Zealand String Quartet

Faszinierende Klangfarben Kammerkonzert mit dem New Zealand String Quartet

Vor 30 Jahren fand sich das New Zealand String Quartet zusammen. Am Dienstag gab das international renommierte Ensemble sein einziges Deutschland-Konzert dieser Saison in der Reformierten Kirche: ein kontrastreiches, quicklebendiges Programm aus klassischen und zeitgenössischen Werken.

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Das "New Zealand String Quartett" gastiert nach zwei Konzerten in den Niederlanden in der Reformierten Gemeinde Göttingen.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Fast alle Mitglieder des Quartetts spielen schon seit Jahrzehnten zusammen. Gründungsmitglied ist die Bratscherin Gillian Ansell. 1994 stießen die erste Geigerin Helene Pohl und der Cellist Rolf Gjelstein hinzu, 2016 ersetzte die junge zweite Geigerin Monique Lapins den nach 21 Jahren ausgeschiedenen Violinisten Douglas Beilman.

Faszinierende Klangfarben

Wie traumhaft sicher diese vier Musiker zusammenarbeiten, zeigten sie gleich im Eröffnungsstück, dem Quartett „Te Tai-O-Rehua“ des neuseeländischen Komponisten Gareth Farr. Der Titel ist der Name der Tasmanischen See – die Wasserfläche zwischen Australien und Neuseeland – in der Sprache der Maori. Dieses Stück hat wie das titelgebende Meer bisweilen ziemlich raue Wellen, aber auch ruhige Abschnitte. Das führten die Musiker mit faszinierenden Klangfarben und sehr spannungsreich vor.

Mit Mozart ging es weiter, dem Joseph Haydn gewidmeten Es-Dur-Quartett KV 482. Mit seinem sehr auf lebendige Dialoge ausgerichteten Musizierstil war das New Zealand String Quartet ein idealer Interpret für dieses aufregende Werk, in dem Mozart keineswegs ausschließlich auf bequem konsumierbaren Schönklang bedacht ist und nicht selten unkonventionelle Wege beschreitet. Klangliche Vielfalt erzielten die Musiker beispielsweise dadurch, dass sie manche Passagen ohne Vibrato spielten und ihnen dadurch eine eigentümlich fahle Färbung verliehen. Das steigert die Spannung enorm. Wunderhübsch der Effekt im Finale: Da ziehen sich die beiden Violinen für einen Moment in ein zart hingetupftes Pianissimo zurück, bevor alle vier Streicher den Satz mit vier kräftigen Akkorden beenden.

Transparenz und Musizierfreude

Einen Ausflug nach China, Madagaskar und Bulgarien unternahm das Quartett in den „Three Transcriptions“ des neuseeländischen Musikers und Musikethnologen Jack Body. Vor allem der wilde bulgarische Tanz – Body hat originale Volksmusik derart bearbeitet, dass man ein Volksmusikensemble zu hören meint – riss das Publikum mit.Mit Mendelssohns D-Dur-Quartett op. 44 Nr. 1 beendeten die Gäste ihr Gastspiel. Da vereinen sich kammermusikalische Transparenz und ansteckende Musizierfreude aufs Schönste. Dazu kommt höchste Präzision, die nirgends auf Hochglanz poliert ist, sondern durchaus den Arbeitsprozess erkennen lässt. Das macht das Spiel des New Zealand String Quartet so authentisch. Begeisterter Schlussapplaus, zwei Zugaben.

Die beiden neuseeländischen Stücke kann man im Internet nachhören: das Quartett „Te Tai-O-Rehua“ unter  sounz.org.nz/works/show/21482

„Three Transcriptions“

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