Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Kammermusik-Serenade im GDA-Wohnstift

Göttinger Symphonie-Orchester Kammermusik-Serenade im GDA-Wohnstift

Das Saisonende des Göttinger Symphonie-Orchesters (GSO) naht. Am Sonntag – Wiederholung am Montag um 19.45 Uhr im Alten Rathaus – gab es die letzte Serenade im GDA-Wohnstift. Zu hören war Kammermusik von Rossini und Dvořák. Das Motto: „Con Basso“. Denn in allen Stücken spielte ein Kontrabass mit.

Voriger Artikel
Klarinettentrio Schmuck eröffnet Konzertsaison
Nächster Artikel
Surreales Nebeneinander

Konzert im Wohnstift mit Anna Kaczmarek-Kalandarishvili, Dmitri Feinschmidt, Holger Michalski, Joanna Kielar-Zachlod und Atsushi Komatsu-Hayakawa (von links).

Quelle: Schäfer

Göttingen. Eine absolute Rarität stand am Beginn: ein Duetto für Violoncello und Kontrabass von Gioachino Rossini. Das ist ein ausgesprochen munteres Spiel, nicht nur für den Kontrabass heikel, weil die verlangte Leichtigkeit eine gehörige Portion Virtuosität voraussetzt. Das ging dem GSO-Kontrabassisten Holger Michalski und seiner Cello-Kollegin Joanna Kielar-Zachlod bemerkenswert flott und locker von der Hand, sehr ausgewogen im Zusammenspiel, spielfreudig und fröhlich.

Dass Rossini schon als Kind den späteren Opernkomponisten ahnen lässt, zeigte die sechste der Streichersonaten, die Rossini als Zwölfjähriger geschrieben hat. Da hörte man schon kleine virtuose Arien, treibende Motive, die den Hörer mühelos mitreißen, wirkungssichere Steigerungen. Hier kamen zu Cello und Bass zwei Violinen: Anna Kaczmarek-Kalandarishvili, künftig zweite GSO-Konzertmeisterin, und ihr Kollege Dmitri Feinschmidt. Die vier Musiker präsentierten Rossinis Spielwitz mit viel Temperament und Feuer und hielten den brausenden Stürmen des dritten Satzes („Tempesta“) mit bemerkenswerter Sicherheit stand.

Den Höhepunkt hatten sich die GSO-Musiker für den Schluss aufgespart, nämlich das Streichquintett op. 77 von Dvořák, das mit dem Bratscher Atsushi Komatsu-Hayakawa komplettiert wurde. Das war Hochspannungs-Kammermusik, packend musiziert, ausdrucksstark und höchst engagiert, im Feuer noch ein paar Grad heißer als zuvor im Rossini. Es war eine Freude, das punktgenaue Zusammenspiel der fünf Musiker zu erleben. Bisweilen war die Klangfülle des Ensembles geradezu orchestral. Dem entsprach die Beifallslautstärke der Zuhörer, die mit der Wiederholung eines kleinen Stückchens aus dem Dvořák-Scherzo belohnt wurden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Von Redakteur Michael Schäfer

Die Milchbar im Nörgelbuff