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Karin Bender and The Reason im Liveclub Nörgebuff

Kleine Symphonien über das Leben Karin Bender and The Reason im Liveclub Nörgebuff

Euphorischer Applaus schon vor der ersten gespielten Note. Ein großer Teil des Publikums sieht Karin Bender and The Reasons offensichtlich nicht zum ersten Mal.

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Quelle: JL

Göttingen. Im März vergangenen Jahres haben sie an gleicher Stelle ihre CD „Cold Summer“ vorgestellt, mit der sie seitdem auf Tour sind. Auftritte bei der „Nacht der Kultur“ oder dem „Göttinger Indoor Altstadtfest“ haben sie zu einer festen Größe der Göttinger Musikszene gemacht.

Mit „Life is a symphony“ eröffnen sie den Abend im gut besuchten Nörgelbuff. Die Musik von Bender und ihrer kongenialen Band bewegt sich zwischen melodischem Rock, Pop, Country und Folk bis hin zu Americana-Einflüssen. In ihren Texten singt Bender mit beeindruckend kehliger Stimme über eigene Lebenserfahrungen und die anderer Menschen, die in ihrem Leben eine Rolle spielen. Gitarrist Michael Mau lässt unaufdringlich immer wieder feine, kurz gesetzte Soli einfließen, die auch mal amerikanisches Südstaatenflair im Stile der Allman Brothers verbreiten.

Bei ruhigen Passagen wie in „October leaves“ gibt es feine Interaktionen zwischen Benders akustischem und Maus elektrischem Gitarrenspiel. In einem der schönsten Stücke des Abends, „I´m on my way“, geht es zu entspanntem Groove und fließender Bottleneck-Gitarre darum, „mal einfach alles laufen zu lassen“. Das Titelstück der CD „Cold Summer“ wartet mit dezenter Perkussion von Schlagzeuger Uwe Pohl und einem wunderbar lockeren Solo auf dem elektrischen Kontrabass von Martin Tschoepe auf.

Über den Hinweis einer Freundin und ein Video hat Bender ihre Vorliebe zur Lap Steel Gitarre entdeckt. Sitzend und mit liegender Gitarre gespielt entlockt sie dem Instrument schwebende, fast meditative Klänge. In dem so begleiteten Stück „She“ geht es um Erfahrungen und damit verbundenen Schwierigkeiten im Leben ihrer im Krieg geborenen Mutter. Kleine technische Schwierigkeiten zwischendurch überbrückt die Sängerin souverän mit ihrer unaufgeregten, charmanten Moderation.

Neben den Eigenkompositionen gibt es auch eine kleine Auswahl von geschmackvollen Coverversionen. Bei „Drunken Angel“ von Lucinda Williams scheint eine musikalische Seelenverwandschaft nahe. Das Stück handelt von dem amerikanischen Songwriter Blaze Foley, der 1989 bei dem Versuch, einen Freund zu schützen, erschossen und posthum zu einer Kultfigur wurde.

Mit „Have a little faith in me“ von John Hiatt beenden sie das regulären Set. Aber das begeisterte Publikum will mehr und bekommt dies mit weiteren vier Zugaben. Eine beeindruckend homogene Band mit zeitlos schöner Musik.

Von Jörg Linnhoff

karinbender.com

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