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Katharina Uhland über feste Ensembles, die Wiener und Traumrollen

Grimassen schon im Kindergarten Katharina Uhland über feste Ensembles, die Wiener und Traumrollen

Zwei Theaterhäuser stehen in Göttingen. Dazu kommen professionell arbeitende freie Theater und ein studentisches. Eine Tageblatt-Serie stellt die Schauspieler vor.

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„Vor einer Premiere?“

Quelle: Vetter

Göttingen. Katharina Uhland gehört seit September 2014 zum Ensemble des Deutschen Theaters. Sie spielte mit in der Saisoneröffnungsproduktion „Homo Empathicus“, in „Tom Sawyer & Huckleberry Finn“, „Ein Sommernachtstraum“, „Spam. Fünfzig Tage“, „Pizza­mann“, „Liliom“ und „Schmeckt’s?“ Jetzt ist sie zum Fototermin gekommen und hockt etwas gefaltet auf einem niedrigen Kissen. Unbequem?

„Ich bin Schauspielerin! Unbequem gibt es nicht“, sagt sie und erklärt: „Spannend auf der Bühne ist die Reibung. Wenn man es sich auf der Bühne bequem macht, muss es zur Rolle passen.“ Außerdem hält sie sich mit Joggen fit. Geräteturnen gibt sie in einem Lebenslauf an. Klar, sagt die gebürtige Darmstädterin, sie habe Flickflack und Spagat gekonnt.

Nach einer Zeit, in der sie viel als freie Schauspielerin arbeitete, ist Uhland jetzt wieder in einem festen Ensemble. „Schön ist, dass man die Kollegen kennenlernt. Man ist nicht mit dem Ankommen beschäftigt, sondern mit dem Weiterentwickeln.“

In Wien hat sie schon gearbeitet, „eine tolle Stadt“, meint Uhland –„aber es gibt halt auch die Wiener“, schränkt sie ein. „Baulich schön, menschlich anstrengend.“ In Zürich war Uhland engagiert, „eine ganz, ganz tolle Stadt.“ Und München, wo sie die Schauspielschule besuchte? „Wäre nicht mein Fall.“ Doch der Leiter der Schauspielschule schickte sie auf die Philippinen zu einem internationalen Theater-Festival. Im Dschungel hätten sie dort geprobt bei riesigen Spinnen und Kakerlaken, erzählt Uhland – und verzieht ihr Gesicht zu einer Grimasse. Das habe sie schon im Kindergarten gut gekonnt, habe man ihr erzählt, sagt Uhland.

Eine geborene Schauspielerin also, die auch vor Premieren nicht nervös ist? „Ich bin immer froh, wenn die Premiere vorbei ist.“ Und was macht sie im Anschluss an den Premierenapplaus? „Ich betrinke mich.“ Die Frage nach einer Rolle, die sie unbedingt noch spielen möchte, lässt sie kalt. „Dann hast du vielleicht deine Traumrolle, und dann hat der Regisseur einen Furz quer hängen.“

Neben der Schauspielerei dreht Uhland Filme. Eine Dokumentation über ihre krebskranke Schwester, die sei mit der Kamera begleitete, ist gerade fertig geworden und soll jetzt auf Festivals laufen. Für ihren zweiten Dokumentarfilm hat sie gerade ein Expose abgeschickt.

Zur Person
Katharina Uhland
Geboren: 1982
Ausbildung: Otto-Falckenberg-Schule in München
Status: die Aktive
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