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Katzen schnurren aus dem Stegreif

Improtheater Katzen schnurren aus dem Stegreif

Auf die Bühne gehen und ganz ohne Vorbereitung einen Theaterabend gestalten ist ziemlich gewagt. „Schmidt’s Katzen“ machen das einfach.

Die vier Frauen vom Hildesheimer Improtheater haben am Freitag im Göttinger Nörgelbuff einen Abend aus dem Stegreif improvisiert. Die Zuschauer im vollen Haus geben die Themen vor, aber die Katzen haben die Wahl – Spielregeln müssen sein.

Urlaub ist so ein Thema, das bei den Improvisateurinnen ankommt. Und schon rapt Hannah Lerch (eigentlich ganz brav mit blondem Bob) als „böser Stefan“ drauflos. „Fuck the voyagers“ kommt an. Singen kann Lerch und reimen. Und sie braucht nichts dazu. Keine Verkleidung nur Jeans, schwarzes T-Shirt und etwas abgetretene braune Stiefel, mit denen es sich gut schleicht.

Neues Stichwort. Ein Gedicht soll her. Am besten auf Polnisch, wie das Publikum meint. Den Titel schlägt ein junger Mann auch vor: „Und dann war das Auto weg“. Hört sich jedenfalls osteuropäisch an, was Kirsten Schmidt, auch bekannt als Felidae theatralis, von sich gibt. Übersetzung folgt.

Und damit es nicht zu einfach wird, noch ein Spiel: Jedem Wort wird ein Konsonant vorangestellt. Die Zuschauer plädieren für „T“ und „K“. Und Hannah fordert: „Ter Teidentaft tund Tefühl“. Doch damit haben auch die anderen Katzen Verständnisprobleme.

Beim Spiel mit geborgten Gegenständen aus den Taschen der Zuschauer, eine Bürste, ein Schal und eine Stirnlampe, läuft Nele Kießling zu Höchstform auf. Sie braucht nicht viele Worte, um zu überzeugen. Die 30-Jährige ist im Spiel mit Gestik und Mimik zu Hause und köpft mal eben eine Facebook-Internet-Bekanntschaft, bevor sie ein Impulsreferat über den Zusammenhang von Waldorfpädagogik und Atomenergie in Gebärdensprache überträgt.

Der Abend mit „Schmidt’s Katzen“, die auch musikalisch überzeugen, ist eine gelungene Mischung aus Theater, Comedy, Klamauk und Überraschung. Denn am Anfang ist alles möglich, nur keine Prognose, was sein wird. Und am Ende sind alle zufrieden, gemessen am Lachen und hohem Applaus-Pegel des Publikums und an den strahlenden Gesichtern der vier Katzen aus Hildesheim.

Von Eida Koheil

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