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Kaya Yanar landet auf "Planet Deutschland"

Stadthalle Göttingen Kaya Yanar landet auf "Planet Deutschland"

Kaya Yanar ist jetzt Deutscher, denn seit ein paar Jahren wohnt er in der Schweiz. Mit dem Blick von außen guckt sich der deutsch-türkische Comedian in seinem Programm „Planet Deutschland“ die Heimat an. In der Stadthalle hat Yanar seine Anekdoten mit dem Göttinger Publikum geteilt.

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Ist unterwegs mit seinem Programm "Planet Deutschland": Comedian Kaya Yanar.

Quelle: r

Göttingen. Bei Yanar soll das Publikum lernen, dass Deutsche auch Humor haben. Dass Deutsche über sich selbst lachen können. Das Göttinger Publikum lacht verhalten. Alle sitzen ordentlich auf ihren Stühlen, niemand kringelt sich vom Sitzpolster. Yanars Humor folgt einem simplen Reiz-Reaktions-Schema. Er macht einen Witz über die Autobahn, das Publikum lacht belustigt und pflichtbewusst. Yanar konstruiert keine Pointen, die auch später im Programm noch zünden. Es gibt nur selten einen Running Gag, den er immer wieder aus dem Hut zaubert, wenn die Stimmung eindöst. Das ist nicht besonders aufregend. Aber irgendwie auch nett. Wenn die Bauchmuskeln nicht krampfen beim Lachen, dann war es wenigstens ein entspannter Abend.
Zuerst kommt Hakan auf die Bühne. Das ist Yanars Türsteher-Figur aus „Was guckst du?“, der Fernsehshow mit der er bekannt wurde. Als Hakan trägt Yanar eine große Jacke und kündigt seinen eigenen Auftritt an. „Ihr dürft keine Videos machen, nur Fotos. Im Oktober kommt dann das Programm auf DVD raus, das könnt ihr euch dann illegal runterladen“, versucht Hakan das Publikum zu einem Deal zu bewegen. Im Übrigen habe er „Planet Deutschland“ schon an drei Sender verkauft: Sat1, RTL und Prosieben. „Da kommt dann am 18. Oktober um 20.15 Uhr das gleiche Programm auf allen Kanälen. Das ist wie türkisches Staatsfernsehen“, freut sich Hakan.
„Pass auf!“, ist Weckruf und Einleitung für eine Anekdote. Und dann lernt man bei Yanar Flugzeugfliegen: „Alle metallischen Gegenstände aufs Band. Auch den Kopf. Da ist nur Schrott drin“, verulkt er den prototypischen Wenigflieger, der sich mit Gürtel durch den Metalldetektor mogelt. Praktische Flugtipps in Richtung Airline hat Yanar auch im Gepäck. Vom Flughafen Kassel-Calden könnte das Flugzeug auch nach Frankfurt durchfahren, befindet Yanar. Da ist die Autobahn schneller als die Luftlinie.
So sinnvoll wie den Kasseler Flughafen findet Yanar auch den Eurovision Song Contest. „Wieso schicken wir unbekannte, schlechte Musiker dahin? So eine David-Guetta-Version auf Valium braucht doch niemand“, urteilt Yanar über die diesjährige deutsche Besetzung.
Auch wenn die Witze mehr zum Schmunzeln als zum Brüllen reichen, hat der 43-Jährige Comedian eine tolle Gabe: Er kann alle deutschen Dialekte sprechen und die Melodien von einem Sammelsurium an Fremdsprachen nachahmen. Am lautesten wird gelacht, wenn er den Klassiker des Mafia-Genres „Der Pate“ sächselnd synchronisiert. Oder bollywood-tanzend „indisch“ singt.
Keine Überraschungen, aber solide Unterhaltung. Dafür spendet das Publikum Yanar zufriedenen Applaus.

Von Jorid Engler

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