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Ketil Bjørnstad zwischen Jazz und Mozart

Göttinger Literaturherbst Ketil Bjørnstad zwischen Jazz und Mozart

Der norwegische Pianist und Autor Ketil Bjørnstad stellt am 14. Oktober im Alten Rathaus in Göttingen sein Buch „Mein Weg zu Mozart“ vor. Nach der Lesung beim Literaturherbst folgt am 15. Oktober in der Stadthalle Northeim ein Piano Solo Konzert.

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Musiker und Autor: Ketil Bjørnstad.
 

Quelle: r

Göttingen.  Ursprünglich von der klassischen Musik kommend zählt der 1952 in Oslo geborene Ketil Bjørnstad nicht nur zu den bedeutendsten Jazz-Pianisten Europas, sondern hat sich auch als Autor zahlreicher Sachbücher und Romane einen Namen gemacht. Sein Roman „Vindings Spiel“, erster Band einer Trilogie, stand 2006 auf der Spiegel-Bestsellerliste. Für seine musikalischen Werke hat er unter anderem mit Terje Rypdal, Kari Bremnes, Marilyn Mazur oder Nils Petter Molvaer zusammengearbeitet.

Tageblatt: Sie haben mehr als 30 Bücher und als Musiker über 50 Alben veröffentlicht. Trennen Sie diese Arbeiten streng voneinander oder gibt es Verbindungen und Inspirationen zwischen beiden Tätigkeiten?

Bjørnstad: Als ich jünger war, habe ich versucht die Arbeitsgebiete zu trennen. Aber heutzutage empfinde ich eine enge Verbindung zwischen beiden künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten.

Auf ihren musikalischen Werken haben Sie mit vielen renommierten Künstlern wie Marilyn Mazur oder Terje Rypdal zusammengearbeitet. Ist Ihnen eine Kooperation in besonderer Erinnerung und was macht diese aus?

Es ist unmöglich, nur eine Zusammenarbeit zu nennen, denn ich hatte das Privileg, mit sehr vielen inspirierenden Musikern zusammenzuarbeiten. Aber besonders bedeutend für mich war die Kooperation mit Terje Rypdal 1992 bei der Vorproduktion von „Water Stories“, weil er mich mit Manfred Eicher und ECM in Kontakt brachte.

Die pulsierende Jazz Szene der 70ger Jahre in Oslo hat Sie, von der klassischen Musik kommend, zu neuen Wegen inspiriert. Wie sehen Sie die junge Jazz-Szene heute?

Oslo ist, musikalisch gesehen, immer noch eine Weltstadt. Viele große Künstler leben hier oder besuchen Oslo im Rahmen ihrer Tour. Die junge Jazz-Szene ist voller Talente auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen. Ich bewundere sie alle, nicht zuletzt weil die Situation für junge Musiker heute auch sehr schwierig ist. Neben hohen Kosten nehmen ihnen auch die Streaming-Dienste die Möglichkeit, genug Geld zu verdienen, um zu überleben.

Zum Thema Edvard Munch haben Sie ein Buch geschrieben und eine Kantate basierend auf Texten des großen expressionistischen Malers zu dessen 70. Todestag gemeinsam mit der norwegischen Sängerin Kari Bremnes aufgenommen. Wird man Sie in absehbarer Zeit gemeinsam mit Kari Bremnes zu diesem Projekt auf deutschen Bühnen erleben können?

Kari und ich haben viele Duo-Konzerte im Jahr von Munchs 70. Todestag gegeben. Nun sind wir beide wieder sehr stark mit unseren eigenen neuen Projekten beschäftigt, so dass es im Moment leider keine neuen Pläne für eine Munch-Zusammenarbeit gibt.

Woher nehmen Sie die Inspirationen für ihre Kompositionen?

Es gibt viele Quellen. Menschen, Natur, Kunst, Politik oder Gesellschaft, all diese Themen inspirieren mich. Es ist eine große Vielfalt, die sich im Einzelnen nicht genau analysieren lässt.

Ihre Mutter hat als Souffleuse an der Oper gearbeitet und so hatten Sie schon als Junge über die Zauberflöte ihre erste Berührung mit Mozart. Wie kam es zu der Idee für ihr aktuelles Buch „Mein Weg zu Mozart“?

Tatsächlich wurde ich von einem norwegischen Verleger gefragt, darüber zu schreiben. Aber es sollte eine neue große Mozart-Biographie mit Bildern und mehr werden. Doch davon gab es schon so viele. Erst als mir die Idee kam, sehr persönlich über ihn zu schreiben, habe ich beschlossen, es anzugehen.

Sehen Sie sich mehr als Literat oder als Musiker?

Dies sehe ich gleichbedeutend nebeneinander.

Planen Sie neue Projekte für die nahe Zukunft?

Es sind tatsächlich viele neue Projekte in Planung, darunter auch ein neues ECM-Album. Aber im Moment ist es noch zu früh darüber zu reden.

Was dürfen die Besucher ihres Konzertes in Northeim erwarten? Wird es ein eher klassisches oder eher jazzorientiertes Programm sein?

Ich werde größtenteils meine eigene Musik spielen, und vielleicht werde ich auch ein paar Improvisationen zu Mozart-Themen einbinden. Mozart selbst war ja auch ein großer Improvisator.

Eintrittskarten für den 26. Göttinger Literaturherbst sind in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Weender Straße 44 in Göttingen und Marktstraße 9 in Duderstadt, erhältlich sowie unter tickets.goettinger-tageblatt.de. Die Lesung von Ketil Bjørnstad beginnt am Sonnabend, 14. Oktober, um 19 Uhr im Alten Rathaus in Göttingen, Markt 9.

Von Jörg Linnhoff

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