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Kindertheater: „Verstehen nicht verstehen“

Bewegtes Miteinander Kindertheater: „Verstehen nicht verstehen“

Verständnis und Missverständnis erforschen 18 Kinder der Brüder-Grimm-Schule seit einem Jahr gemeinsam mit der Regisseurin und Choreographin Hanna Hegenscheidt. Am Sonntag wurde das Stück „Verstehen nicht verstehen“, das aus dieser Zusammenarbeit entstanden ist, am Deutschen Theater aufgeführt.

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Quelle: r

Nichts ist so, wie man es im DT-2-Saal des Deutschen Theaters gewohnt ist. Die Eltern und Geschwister der Darsteller füllen die Ränge und hinterm Vorhang wird laut getuschelt. Die 18 Schauspieler stammen aus zehn Nationen und sprechen verschiedene Sprachen. Doch das hindert nicht das Verständnis, denn Verstehen kann man sich auch durch Klang und Bewegung, nicht nur durch Worte.

Unter der Regie von Hegenscheidt entsteht vielmehr eine Collage als eine Geschichte. Die 45-minütige Aufführung setzt sich aus vielen Elementen zusammen. Videoausschnitte werden auf einer Leinwand eingespielt, es wird getanzt, Anweisungen werden befolgt und missachtet, es wird gesprochen und geschwiegen.

Manch ein Baustein dieses Stücks erinnert an ein Kinderspiel. In Zweier – Paaren bewegen sich die Kinder durch den Raum. Der Eine hat die Augen geschlossen und folgt nur der Stimme seines Partners, der die Anweisung „Hier“ und „Stopp“ gibt. Dann wiederum sitzen sich die Kinder in zwei Reihen gegenüber und Einzelne müssen die Distanz überwinden, um auf die andere Seite zu kommen. „Ilham ist ein Mensch“, rufen sie im Chor. Ilham steht auf und geht wie ein Roboter. „Wir sind alle Menschen“, ruft es im Chor und die jungen Schauspieler stehen auf und laufen alle wie Roboter – mit sichtlichem Spaß.

Zu diesem Stück gehört dazu, dass die Darsteller und die Zuschauer lachen. Die Widersprüche gehören dazu und spontane Momente, die entstehen, wie wenn ein Darsteller schneller ist als das „Skript“. Mit sehr viel Begeisterung und Ernsthaftigkeit haben die jungen Schauspieler diese sehenswerte Inszenierung umgesetzt.

Von Jorid Engler

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