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Kinderstück „Die zweite Prinzessin“ im Studio des DT

Premiere Kinderstück „Die zweite Prinzessin“ im Studio des DT

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Immer die Kleine: Die zweite Prinzessin (S. Petrowitz).

Quelle: Winarsch

Zweite Kinder kennen das: Alte Kleidung auftragen, für alles immer „noch zu klein“ zu sein und noch dazu hautnah mitzuerleben, wenn die Größeren einfach alles dürfen. Nicht anders geht es Prinzessinnen. In dem Kinderstück „Die zweite Prinzessin“ von Gertrud Pigor, das im Studio des Deutschen Theaters Premiere hatte, hat sich der Konflikt schon soweit zugespitzt, dass die zweite Prinzessin (Stephanie Petrowitz) nach allerlei kreativen Lösungen sucht, um die größere Schwester loszuwerden. Die erste Prinzessin hat Geburtstag und die zweite muss wütend und neidisch all das mit ansehen, was die Schwester an diesem Tag darf und geschenkt bekommt. Nach der Feier darf die ältere als Absolventin jahrelangen Winkunterrichts dem Volk vom Balkon zuwinken, während die zweite Prinzessin noch nicht mal mit dem Winkunterricht begonnen hat.

Der königliche, gitarrenspielende Babysitter (Jan Exner) versucht sie immer wieder zu beschwichtigen, aber sie lässt sich nicht beirren und bemitleidet sich selbst: „In jedem Märchenbuch steht‘s auf jeder Seite: Es gibt erste Prinzessinnen und zweite.“ Was ist zu tun? Sie fährt mit ihrem königlichen Tretmobil in den Wald zum Wolf, der schon lange keine Prinzessin mehr auf dem Speiseplan hatte. Leider stellt sich heraus, dass er auch zweite Prinzessinnen schmackhaft findet und sie muss flüchten. Als sie vergeblich versucht, die Schwester mit dem Bären zu verheiraten, bittet sie eine Hexe um Hilfe.

Für die Zaubersuppe, die die Schwester schrumpfen lassen soll, muss sie allerdings mit den Juwelen der Mutter bezahlen. Das gibt Ärger – aber auch die letztlich fruchtbare Aussprache mit den Eltern. Der König verkündet daraufhin einen Erlass, der für alle zufriedenstellend ist.

Die Inszenierung von Hartmut Fiegen besticht durch eine liebevolle Ausstattung mit Glitzerschuhen, Luftballons und grünem Wackelpudding sowie musikalische Einlagen. Exner als königlicher Babysitter fungiert auch als Barde, Märchenerzähler und überzeugt als Bär. Petrowitz sprüht als Prinzessin vor Energie, der kindliche Ausdruck in ihrem Gesicht tut sein Übriges. Manchmal aber hätte ihrem Spiel etwas weniger Hektik gut getan. Das gilt für die ganze Inszenierung, die insgesamt sehr auf Tempo setzt.

Weitere Aufführungen: 17. Oktober, 16 Uhr, 31. Oktober, 11 Uhr im DT-Studio, Theaterplatz 11 in Göttingen.

Von Marie Varela

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