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„Klartext deluxe“ in der Musa

Poetry mit Konfetti „Klartext deluxe“ in der Musa

„Klartext deluxe“ sollte es geben. Es wurde nicht so viel Klartext, aber dafür ziemlich deluxe: Moderator und Dichter Felix Römer, Poetry-Slammer und Autor Felix Lobrecht und die Band Das Lumpenpack sind gemeinsam in der fast ausverkauften Göttinger Musa aufgetreten.

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Die Band Lumpenpack trat bei "Klartext Deluxe" in der Musa auf.

Quelle: r

Göttingen. Dem Titel der Veranstaltung „Klartext deluxe“ wurde das Abendprogramm nicht gerecht. Zu verschieden die Künstler, der rote Faden des Abends war, trotz poetischer Kunst, eher ungereimt. „Klartext“ heißt die Agentur, die alle drei Slam-Poeten betreut. „Deluxe“ ist auch die Auswahl der Repräsentanten, die die Agentur an diesem Abend in die Musa schickt. Lobrecht hat gerade auf der Leipziger Buchmesse seinen Roman „Sonne und Beton“ vorgestellt. Römer ist in Göttingen als Slammer und Moderator des monatlichen Poetry Slams im Jungen Theater eine Größe. Das Lumpenpack aus Stuttgart war zuletzt im Februar zu Gast und wurde vom Göttinger Publikum trotzdem begeistert ein zweites Mal in kurzer Zeit empfangen. Doch zusammen auf einer Bühne war diese Mischung unharmonisch, trotz hochwertiger Zutaten. Das Lumpenpack gab dem Abend die Würze mit komischen Liedern, von Max Kennels beschwingtem Gitarrenspiel untermalt und Jonas Meyers Konfetti-Würfen garniert. Ein Lied haben die beiden Stuttgarter ihrem Konfetti, von dem Meyer einen endlosen Vorrat in diversen Hosentaschen vorhält, gewidmet. „Buntes Papier“ erzählt die Geschichte eines Baumes, der als Wiedergänger in Papierschnipsel-Form mit dem Lumpenpack auf Deutschlandreise geht.

Römer hält den Abend zusammen und stellt seine Kollegen mit netten Seitenhieben vor. Mit seinem schönen Gedicht „Es ist schön“ bezieht er das Publikum mit ein und lässt in Anspielung auf das Lumpenpack, das während seines Auftritts auf dem Sofa am Bühnenrand lümmelt, Konfetti rieseln - „als Überleitung“. Seinen Namensvetter Lobrecht stellt Römer vor als „den witzigsten Menschen, den ich kenne, mit den schlechtesten Witzen“. Lobrecht kommt erst in der zweiten Hälfte des Abends ein wenig in Fahrt, nachdem er sich zu Beginn verquatscht. Lobrechts Pointen brauchen Zeit, denn sein Auftritt lebt von seinen Pausen. Die Bühne und den Raum nehmen, kann er. Lobrecht ist keine Quaselstrippe, er schaut das Publikum mit stechendem Blick an, zeigt dann sein schiefes Lächeln und kichert ein wenig. Das wirkt, auch wenn er, wie an diesem Abend, eigentlich nicht so viel zu erzählen hat. Gelacht wird trotzdem.

Mit einer musikalischen Zugabe, in der das Lumpenpack Lobrecht einen eigenen Gesangspart überlässt, geht der Abend zu Ende.

Von Jorid Engler

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