Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Klavierkabarettist Bodo Wartke in Göttingen

Musik Klavierkabarettist Bodo Wartke in Göttingen

Starallüren? Fehlanzeige. Bodo Wartke ist ein fröhlicher Durchschnittstyp, Jahrgang 1977, in Bad Schwartau groß geworden. Heute lebt er in Berlin. Spielt Klavier, ziemlich gut, kann singen, ebenfalls ziemlich gut, und hat ein Faible fürs Reimen.

Voriger Artikel
Konzertante Aufführung von Joseph Haydns Oper „L’isola disabitata“
Nächster Artikel
Dieter Hallervorden präsentiert sein Jubiläumsprogramm „Stationen eines Komödianten“

Heiteres aus dem Alltag: Bodo Wartke.

Quelle: Theodoro da Silva

Was wird daraus? Ein Liedermacher, der „durch“ auf „Lurch“ reimt und daraus fröhliche musikalische Nummern bastelt. Einer, der mit der linken Hand auf dem Flügel unbeirrt eine Bassfigur weiterspielt, auch wenn er derweil galant mit dem Publikum schäkert. Einer, der es versteht, Liebeslieder präzise zu katalogisieren: Hier die in Dur, dort die in Moll, hier das Glück, dort das Unglück.

Wartkes Texte in seinem Programm „Achillesverse“ sind unspektakulär, alltäglich. Sie kreisen um Dinge, die uns alle betreffen, betrafen oder noch betreffen können. Die Politik wird mal gestreift, die Bahn kriegt ein paar wohlfeile Spöttereien verpasst, aber ansonsten geht es bisweilen um Computer – und vor allem um die Liebe.

Nahe an Kreisler

Das kommt an, unter anderem deshalb, weil Wartke so viel Witz und Charme hat, dass man über fehlenden Glamour gar nicht nachdenkt. Seine Lieder sind leicht nachzusingen, die Fans in der Göttinger Stadthalle können sie längst auswendig. Und die Texte sind so augenzwinkernd, dass eine anfangs gemutmaßte Nähe zu Udo Jürgens sich als Irrtum erweist: Der hätte doch sonst auf alles, aber doch nicht auf Sentimentalität verzichtet. An Wartkes Reimen könnte sich auch Georg Kreisler freuen.

Das Parkett in der Stadthalle ist mit gut 750 Zuhörern voll besetzt, und das beim ersten Live-Auftritt von Wartke in Göttingen. Es dürfte nicht sein letztes Gastspiel gewesen sein. Denn die Stimmung – nach zwei Stunden Programm und einer guten Viertelstunde Zugaben – ist prima. So etwas muss belohnt werden: mit Standing Ovations.

                                                                                                               Von Michael Schäfer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regional

Hier bloggen wir zu den Göttinger Händel-Festspielen 2017 – berichten von Vorbereitungen, besuchen Opernproben und werfen einen Blick hinter die Kulissen. mehr

Fotografie-Ausstellung „In saeculo lux“ in der Galerie Ahlers