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Pianisten mit phänomenalem Talent

Klavierkonzert Pianisten mit phänomenalem Talent

Zusammen sind die beiden Solisten 19 Jahre alt. Der siebenjährige Philip und die zwölfjährige Laetitia Hahn haben im Clavier-Salon einen Klavierabend gegeben. Einen ganz und gar ausgewachsenen – mit Musik von Bach, Haydn, Beethoven, Mozart, Chopin, Mendelssohn und Liszt. Phänomenal.

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Für diese beiden Jungmusiker ist das Wort „Wunderkind“ angemessen.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Keine Frage: Für diese beiden Jungmusiker ist das Wort „Wunderkind“ angemessen. Philip saß mit 18 Monaten erstmals am Klavier und bestand mit vier Jahren die Aufnahmeprüfung am Konservatorium in Frankfurt. Laetitia begann Klavier mit zwei, Violine mit vier Jahren, hat an der Schule vier Klassen übersprungen und wird ihr Abitur wohl mit 14 Jahren ablegen. Beide Kinder sind jetzt als Jungstudenten an der Schweizer Kaleidos University of Applied Sciences immatrikuliert.Selbstverständlich sind sie noch keine ausgereiften Pianisten. Philip besitzt eine außerordentlich bemerkenswerte Fingerfertigkeit. In einem Alter, in dem andere klavierspielende Kinder den Fünftonraum noch nicht verlassen haben, lässt er schon die Läufe in Chopins f-Moll-Etüde aus op. 25 in abenteuerlichem Tempo abschnurren. Haydns D-Dur-Sonate packt er mit solcher Kraft an, dass der 118 Jahre alte Flügel im Clavier-Salon an seine Grenzen stößt.Laetitia kann schon viel, viel mehr als laut und schnell spielen. Bachs sechster Französischer Suite luchst sie nicht nur wie geölt schnurrende Läufe ab, sondern zaubert auch bereits feine Nonlegato-Tonperlen. Die Dramatik in den Ecksätzen von Beethovens „Pathétique“ gerät ihr hier und da etwas atemlos, aber ihre zupackende Kraft ist enorm. Und wenn sie den lyrischen Gesängen des Mittelsatzes mehr Zeit ließe, könnten dort auch bald schöne Blumen blühen.Atemberaubende Virtuosität präsentierte sie in Liszts „Venezia e Napoli“. Am allerschönsten bewies sie in Mendelssohns Rondo capriccioso, dass sie Gefühlvolles und Brillanz sehr wohl zu vereinen weiß. Begeisterter Beifall, zwei Zugaben. Und hätte Philip auch einmal gelächelt, statt durchweg ernst und konzentriert zu sein, dann wäre das kleine ungute Gefühl in der Begeisterung vielleicht ganz verschwunden.

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