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Klemens Sander singt „Die Schöne Müllerin“ von Franz Schubert in Göttingen

Mit reicher Klangpalette Klemens Sander singt „Die Schöne Müllerin“ von Franz Schubert in Göttingen

Ein Konzert in der Alten Fechthalle hat jetzt das Kontrastprogramm zu den Händel-Festspielen gebracht. Auf der Agenda statt barocker Pracht intime Liedkunst: Der österreichische Bariton Klemens Sander und die Pianistin Uta Sander-Krückeberg interpretierten Franz Schuberts „Schöne Müllerin“, einen der bedeutendsten Liederzyklen der Romantik.

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Mit großem Stimmeinsatz: Bariton Klemens Sander, begleitet von Pianistin Uta Sander-Krückeberg.

Quelle: Heller

Göttingen. Eine Mühle im Tal, ein rauschender Bach und die hübsche Tochter des Müllers – viel mehr brauchten Franz Schubert und der Dichter Wilhelm Müller nicht, um die Geschichte vom unglücklich verliebten Müllersburschen zu erzählen: Ein sparsam instrumentiertes Kammerspiel in 20 Liedern, das tragisch endet. Das bezwingend poetische Bild vom „kristallenen Kämmerlein“ als kühles, allzu kühles Grab bezeichnet zuletzt auch die gedankliche Enge, in der sich des Müllers Leben beschließt.

Als ein Seelendrama der Auf- und Abschwünge legte Klemens Sander den Zyklus an. Er bediente sich dabei einer beeindruckenden Palette an Klangfarben, die er stets auf dunklem Grund mischte. Mit großem Stimmeinsatz bot er die euphorischen Aufschwünge in Liedern wie „Ungeduld“ („Ich schnitt es gern in alle Rinden ein“) oder „Mein!“ („Bächlein, lass dein Rauschen sein“). Gelegentlich machte sich ein Hang zum Überzeichnen bemerkbar. Für die schlichteren Lieder wie den „Morgengruß“ oder „Des Müllers Blumen“ hätte man sich zudem eine etwas intimere Klanggestalt, einen innigeren poetischen Ton gewünscht.

Mit „Des Baches Wiegenlied“ schloss Sander den Zyklus und lieferte nun jenen poetischen, auch im Piano erfüllten Klang nach, den man zuvor gelegentlich vermisst hatte. So galt der anhaltende Beifall in der voll besetzten Alten Fechthalle einem Liedsänger von Rang und seiner zuverlässig begleitenden Klavierpartnerin. Mit Schuberts Dank „An die Musik“ verabschiedeten sich die Musiker von ihrem begeistert applaudierenden Publikum.

Von Matthias Körber

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