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„König Artus und die Ritter der Tafelrunde“

Junges Theater Göttingen „König Artus und die Ritter der Tafelrunde“

Die neue Produktion des Jugendclubs des Jungen Theaters Göttingen (JT) „König Artus und die Ritter der Tafelrunde oder: In welcher Welt wollen wir leben?“ unter Leitung und Regie von Agnes Giese hatte am Mittwoch Premiere. Im Mittelpunkt standen die großen Fragen des Lebens.

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Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens im Jungen Theater Göttingen.

Quelle: r

Göttingen. „Diese Geschichte ist ein Märchen über die Menschheit. Sie handelt von Gut und Böse in einem Land in dem immer Krieg herrscht. Sie handelt von einem Zauberer, der in die Zukunft schauen kann. Sie handelt von einem König, der nie König werden wollte, von Rittern und von einem, der einer werden will. Es ist eine Geschichte vom Suchen und Finden und Nicht-Finden und von Fragen.“ So lauten einige der Eckdaten im Prolog des Theaterstücks mit Musik.

Die mittelalterliche Sage um Artus und die Ritter der Tafelrunde ist eine Abenteuergeschichte, in der es um Visionen geht, um den Wunsch nach einer besseren Welt. Und es geht um die ganz großen Dinge, die nicht nur junge Menschen bewegen und die wohl zu allen Zeiten der Menschheit allgemeingültig waren und die es heute noch sind. Es geht um Leidenschaften und Liebe, um Eifersucht, Rache und Gerechtigkeit, um Macht und Tod.

Weitere Termine

Weitere Vorstellungen 9., 13., 20., 22., Juni um 20 Uhr sowie am 21. Juni um 11 Uhr, außerdem am 26. und 30. August um 20 Uhr im Jungen Theater Göttingen, Hospitalstraße 6. Kartentelefon: 05 51 / 49 50 15.

Die 26 Spieler des Jugendclubs (ab 16 Jahren) stellen sich mit diesem Stück den großen Fragen des Lebens: Können wir die Welt verändern oder scheitern wir immer wieder an denselben Dingen? In welcher Welt wollen wir leben? Wovon träumen wir? Was ist der Sinn?

Der klassische Stoff, der sich immer-gültigen Fragen stellt, ist modern und ideenreich interpretiert mit viel Tempo, Musik, gut choreografierten Tanz- und Kampfszenen und einem Vokabular, das mitunter sehr deutlich („diese Pickelfresse“, „verpisst euch“) in die Zeit der jugendlichen Darsteller verweist. Der Witz ist gut dosiert ebenso wie vertraute Verhaltensweisen. Dass einige der Ritter mit Darstellerinnen besetzt sind, sorgt für einen zeitgenössischen Anstrich, der der Lebenswirklichkeit der Jugendlichen entspricht. Die Kammermädchen klatschen und tratschen wie Teenies es eben so tun. Und verführerisches Buhlen (erotisch mit viel Witz: Yonca Göcer als Morgause) sorgt für einige Lacher.

Die Rolle des Artus ist doppelt besetzt. Tomte Heer und Paul Kramp spielen überzeugend und souverän den großen Zweifler, Freddy Kaufmann und Timmy Auerbach mit viel Elan die Rolle des Merlin. Jannes Maßmeier gibt einen charakterfesten Mordred, Marlene Regenfuß einen naiv-suchenden Parzival und Malte Scupin ganz cool den Lancelot.

Losgelöst vom Geschehen, konzentriert, schillernd und spöttisch sind die Auftritte des Teufel-Trios (Jannis Witzel, Emylou Matthaei, Luzie Konermann). Das Ensemble spielt gut zusammen ist mit sichtlich viel Spaß bei der Sache. Von den ganz ruhigen, getragenen Momenten, die den Zuschauer in die Dramatik des Geschehens hineinziehen, hätten es gerne mehr sein können.

Von Karola Hoffmann

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