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Kolossaler Erfolg

Göttinger Symphonie-Orchester spielt Chatschaturjan und Schostakowitsch Kolossaler Erfolg

Zwei groß dimensionierte Werke standen am Freitag auf dem Programm des Konzerts mit dem Göttinger Symphonie-Orchester (GSO): das Violinkonzert von Aram Chatschaturjan und die zehnte Symphonie von Dmitri Schostakowitsch. Kolossal war auch der Erfolg für die Solistin und die Gastdirigentin.

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Kristiina Poska bei der Generalprobe zu Eurovision Young Musicians 2014.

Quelle: Superbass

Göttingen. Am Pult stand Kristiina Poska, Erste Kapellmeisterin an der Komischen Oper Berlin, 2013 mit dem Deutschen Dirigentenpreis ausgezeichnet. Die aus Estland stammende Musikerin zeigt sehr deutlich, was sie will. Ihre Körpersprache ist hochpräzise, kleinste Fingerbewegungen können Nuancen anzeigen. Sie versteht es perfekt, Spannungen aufzubauen, Steigerungen wirkungsvoll zu gestalten, punktgenau Akzente zu setzen.

Das sind die besten Voraussetzungen, um das Violinkonzert von Aram Chatschaturjan zu einem nachhaltigen Erlebnis werden zu lassen. Wobei sich hier das Interesse vor allem auf den virtuosen Solopart richtet, für den die GSO-Konzert­meisterin Natalie Kundirenko engagiert war. Engagiert im doppelten Sinne: Sie spielte mit einem Feuer, einem Temperament und einer hier rhythmisch zündenden, dort sinnlich glühenden Tongebung, dass die mitgerissenen rund 1000 Zuhörer gebannt lauschten. Ihre Virtuosität ist blendend, der Reichtum an Klangfarben schier unerschöpflich. Der brausende Beifall forderte eine Zugabe: Paganinis dritte Solo-Caprice.

Diesem begeisternden Entree folgt ein kolossales Finale. Schostakowitschs zehnte Symphonie ist ein erschütternder Lebensbericht, das Zeugnis einer enorm starken Persönlichkeit, die sich im Terror der Stalin-Diktatur trotz gefährlicher Anfeindungen zu behaupten wusste. Das führt konsequenterweise zu bisweilen brutal-dissonanten Klängen, zwischen denen aber auch auf lyrischen Inseln warme Gefühle blühen können. 

All dies meisterte Dirigentin Kristiina Proska mit genau durchdachter Form- und Farb-Dramaturgie. Ihr folgten die GSO-Musiker mit Enthusiasmus durch die kräftezehrende Partitur des knapp einstündigen Werkes. Wunderschöne Bläsersoli gab es zu hören, prächtige Streicherteppiche, rhythmisch scharf akzentuierte tänzerische Episoden. Ein Hochgenuss.

Werke von Haydn, Tschaikowsky und Wagner stehen im GSO-Konzert am Freitag, 4. März, auf dem Programm. Beginn ist um 19.45 Uhr in der Stadthalle.

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Von Redakteur Michael Schäfer

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