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Konstantin Wecker gastiert in der Göttinger Stadthalle

"Liebe muss unsere Waffe sein" Konstantin Wecker gastiert in der Göttinger Stadthalle

Mehrmals sei er schon in Göttingen gewesen, sagt Konstantin Wecker im Telefongespräch. „Vermehrt in den 80er-Jahren“, meint der Liedermacher sich zu erinnern. Am Dienstag, 1. Dezember, gibt er wieder ein Konzert in der Stadthalle. „Ohne Warum“ hat er  die Tour genannt, nach einem Werk des Barockdichters Angelus Silesius.

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"Ohne Warum" hat Konstantin Wecker sein neues Album genannt.

Quelle: Karsten

Göttingen. „Das hat mich schon als Jugendlicher interessiert“, sagt der 68-Jährige über die literarischen Helden seiner Teenagerzeit.

Dichter des Barock waren darunter und Mystiker wie eben jener Silesius (1624-1677). Schnell habe er damals seinen Schreibstil an den des gerade verehrten Idols angepasst, sagt Wecker. Im Rückblick könne er heute also „sehen, was ich damals gelesen habe“.„Ohne Warum“, diesen Titel des jüngsten Albums und der Tournee vergleicht Wecker mit dem Song „Ich singe, weil ich ein Lied hab᾽“, den er Mitte der 70er-Jahre schrieb.

„Meine Gedichte ersinne ich nicht“, erklärt Wecker, „sie passieren mir“. Er sei offen dafür, „warum auch immer“. Und Wecker ist überzeugt: „Das kann jeder, wenn er den Schlüssel dafür findet, und sich für Poesie begeistert“ Fast alles, was er in den vergangenen 20 Jahren, veröffentlichte, habe er in Italien in der Nähe von Siena geschrieben, für Wecker offenbar ein Ort der Kreativität.

Vor einigen Jahren brach Wecker sich die Schulter, das Ende von Freizeitbeschäftigungen wie Tennis oder Golf. Heute sagt er: „Hobbys brauche ich nicht, mein Beruf ist mein Hobby. Gedichte schreiben, auf der Bühne stehen und meine Lieder singen.“

Richtig in Rage gerät Wecker, wenn er über die Pegida spricht, über Äußerungen wie die des deutsch-türkischen Autors Akif Pirinçci, der Flüchtlinge und deutsche Politiker öffentlich verunglimpfte. Dass der so etwas unter dem Beifall von 20 000 Menschen sagen konnte, sei ein Symbol für das, was in Deutschland nie hätte passieren dürfen.

„Menschenverachtung gegenüber Flüchtlingen ist nicht mehr mit Angst zu entschuldigen.“ Er schäume, doch er hasse nicht, sagt Wecker. Wir können den Hass nur durch Zärtlichkeit überwinden. Liebe muss unsere Waffe sein.“

Für sein Konzert in Göttingen verspricht er eine „musikalisch anspruchsvollen und vielfältigen Abend von der Straßenmusik bis zur Schubert-Anmutung.“ Es werde ein politisches Konzert, „ich beziehe Stellung. Und ich bedanke mich am Ende, dass das Publikum drei Stunden lang meinen Gedichten zugehört hat.“

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