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Konzert in Göttingen: Beatsteaks-Drummer Götz über Erfolg und die Heiligkeit des Probenraums

Glück und Ausdauer Konzert in Göttingen: Beatsteaks-Drummer Götz über Erfolg und die Heiligkeit des Probenraums

Schon seit 1995 durchlaufen die „Beatsteaks“ einen kontinuierlichen  Karriereaufbau, der sie mittlerweile in die größten Hallen der Republik führt. Das Quintett aus Berlin wird am Sonnabend, 6. Dezember, in Göttingen in der Lokhalle ihr siebtes Album, einfach „Beatsteaks“ betitelt, vorstellen.

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Immer gespielt, viel getourt: die Beatsteaks mit Schlagzeuger Thomas Götz (rechts).

Quelle: EF

Berlin/Göttingen. Schlagzeuger Thomas Götz spricht über eine lange Aufbauphase bis zu großer Popularität und darüber, ob man Karriere planen kann.

Würdest du eure Berühmtheit als englischsprachige Rockband als Zufall ansehen, oder war das ein voraussehbares Ergebnis, weil andere Bands seit den Neunzigern nicht so viel Durchhaltevermögen hatten?

Ich glaube, es war ganz viel Glück, es war Ausdauer. Wir hatten sehr lange, sehr hart dafür gearbeitet, aber wir haben nicht für den Erfolg gearbeitet. Wir haben ganz lange das gemacht, was wir jetzt auch machen und das ziemlich fleißig und mit den besten Intentionen, die man haben kann. An der Mühe hat es bei uns nie gemangelt. Aber ich glaube jetzt nicht, dass deswegen der Erfolg zwangsläufig war.

Wie kam dann euer Erfolg zustande?

Das hängt von so vielen Faktoren ab, bis sich die Musik, die jemand macht, mit dem Zeitgeist, dem Geschmack der großen Masse, verbindet. Das lässt sich so wenig planen. Man kann nicht sagen, dass es jetzt am Schachbrett ausgeheckt und dann endlich erfolgreich wurde, sondern es war viel Glück. Aber wir haben immer gespielt, wir haben immer viel getourt und wir haben immer unsere Platten gemacht. Und wir hatten das Glück, dass das immer mehr Leuten gefallen hat.

Kannst du ungefähr sagen, in welchem Jahr die Sache mit den „Beatsteaks“ so richtig gut angelaufen ist, wo ihr das Gefühl hattet, jetzt noch einmal einen gigantischen Sprung nach vorne gemacht zu haben?

Also ich weiß noch, dass ich 2001 meinen Job gekündigt habe. Da kann ich mich dran erinnern.

Heißt das mit anderen Worten, man hat eine Lebensperspektive für die nächsten Jahre und will das Ding auch weitermachen?

Die Lebensperspektive geht nicht über Jahre, aber die geht noch bis zur nächsten Tour, und dann haben wir noch das Geld, um die nächste Platte zu machen. Und das hat sich bis jetzt auch nicht geändert. Also das ist der Turnus, in dem wir nachdenken, zwei bis drei Jahre vielleicht, aber weiter können wir nicht vorausrechnen.

Habt ihr euch über die Jahre verändert oder seid ihr immer noch so die alten Kumpels von früher?

Unsere Freizeitgestaltung hat sich schon so geändert. Wir hängen jetzt nicht mehr nach der Probe im Übungsraum in der Kneipe zusammen rum, sondern es gibt vier Väter in der Band. Also das Familienleben ist wichtiger geworden und man trifft sich zum Kindergeburtstag (lacht).

Ist ein Übungsraum dann noch der Proberaum von früher?

Also der Proberaum ist heilig! Der Proberaum ist der wichtigste Ort. Da entsteht alles. Da passiert alles. Ich bin sonnabends und sonntags zu Hause und den Rest der Woche im Proberaum. Ich produziere dort, ich höre mir dort Musik an, ich trommele zur Musik, um Trommeln zu üben, ich schiebe Mikrofone durch die Gegend, ich übe Stücke, die wir schon seit fünf Jahren spielen. Wir schreiben Lieder dort, wir kucken uns T-Shirts an und entschieden, ob das T-Shirt gedruckt wird. Unsere ganze Bandarbeit findet im Proberaum statt.

Und wer entscheidet letztlich drüber, ob ein Song gut genug ist, um auf eine „Beatsteaks“ – Platte zu kommen?

Das entscheiden wir zu fünft.

Redet da nicht die Plattenfirma rein? Die Plattenfirma lässt euch völlig freie Hand?

Die Entscheidung ist getroffen, bevor die Plattenfirma ins Spiel kommt. Die Plattenfirma kümmert sich um ihre Kernkompetenz, das heißt Platten verkaufen. Und die Künstler kümmern sich um ihre Kernkompetenz, die Musik so gut wie möglich zu machen (lacht).

Das Interview führte André de Vos

Karten für das Konzert der Beatsteaks am Sonnabend, 6. Dezember, um 20 Uhr in der Lokhalle, Bahnhofsallee, gibt es unter anderem in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Jüdenstraße 13c in Göttingen und Auf der Spiegelbrücke 11 in Duderstadt.
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